Was ist der Schaufensterzins?

Was ist der sogenannte Schaufensterzins? 

Insbesondere wenn es um den Bereich Geld, Finanzen und Versicherungen geht, treten immer wieder Fachbegriffe auf, die ein durchschnittlicher Verbraucher nicht kennt oder auf Anhieb so nicht versteht.

Zudem wird gerade im Zusammenhang mit Krediten und Darlehen mit Größen gerechnet, die für den Laien in der Form weder ersichtlich noch nachvollziehbar sind.

 

Zweifelsohne ist es sehr sinnvoll, Vergleiche durchzuführen und mehrere Angebote einzuholen, bevor ein Darlehensvertrag unterschrieben wird, allerdings entsprechen die Ergebnisse von ersten Vergleichsrechnungen nur äußerst selten den Angeboten, die dem Kunden dann bei einer konkreten Anfrage vorlegt werden. Das Stichwort in diesem Zusammenhang ist der sogenannte Schaufensterzins, der teilweise auch als Werbezins bezeichnet wird.

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Der Schaufensterzins ist letztlich der Zins, mit dem Kreditangebote beworben werden. Die Bezeichnung rührt daher, dass Banken diesen Zinssatz in der Form nutzen, wie andere Unternehmen ihre Schaufenster.

Ein Einzelhändler stellt beispielsweise seine besonderen Produkte, seine Topseller oder seine Verkaufsmagnete in sein Schaufenster, Banken sinnbildlich ihre bestmöglichen Kreditkonditionen.  

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Die Begründung dafür, dass es teils sehr große Unterschiede zwischen den Schaufensterzinsen und den tatsächlichen Kreditzinsen geben kann, liegt darin, dass es sich bei den Schaufensterzinsen eben schlichtweg um die günstigste Alternative handelt. Diese setzt aber beispielsweise eine hervorragende Bonität voraus.

Bei der Berechnung der tatsächlichen Kreditzinsen kommen dann eine Vielzahl unterschiedlicher Faktoren zum Tragen. Hierzu gehören beispielsweise die bankinternen Konditionen für Kreditvarianten über bestimmte Laufzeiten und Summen und die individuellen Risikozuschläge, die sich an Bonität oder Einkommen orientieren. Diese Faktoren werden addiert und dem tatsächlichen Zinssatz hinzugerechnet.

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Auch wenn es zweifelsohne sehr ärgerlich ist, wenn der Vergleichsrechner einen Kredit aufzeigt, der mit einem Zinssatz von 4% beworben wird und das konkrete Kreditangebot dann plötzlich einen Zinssatz von 9% offeriert, so ist das Werben mit dem Schaufensterzins in Deutschland rechtens.

Das bedeutet, Banken in Deutschland dürfen mit einem sehr niedrigen Schaufensterzins werden, solange es irgendeine Kreditvariante gibt, die tatsächlich zu diesem Zinssatz vergeben werden würde, auch wenn diese Kreditvariante fernab der Realität liegt. Diese Form der Werbung ist aber nicht in jedem Land erlaubt. So dürfen Banken in Großbritannien beispielsweise nur mit solchen Zinssätzen werben, die letztlich auch bei mindestens 80 Prozent aller Kreditnehmer zur Anwendung kommen.

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