Die Vorteile und Nachteile vom Leasing

Die wichtigsten Vorteile und Nachteile vom Leasing 

Insbesondere im Zusammenhang mit dem Auto wird das Leasing als Finanzierungsmodell zunehmend beliebter. War das Leasing lange Zeit in erster Linie für Selbstständige interessant, entscheiden sich mittlerweile auch immer mehr Privatpersonen für das Leasing anstelle eines Autokaufs per Kredit oder Barkauf aus eigenen Mitteln.

Schätzungen gehen davon aus, dass hierzulande inzwischen jeder fünfte privat genutzte Pkw geleast ist.

In der Tat kann das Leasing eine attraktive und lohnenswerte Alternative zum klassischen Autokauf sein. Aber das Leasing lohnt sich nicht für jeden und hinzu kommt, dass es spätestens bei der Rückgabe des Leasingobjektes regelmäßig zu Unstimmigkeiten zwischen dem Leasinggeber und dem Leasingnehmer kommt.

Wie die Finanzierungsvariante Leasing nun aber konkret funktioniert, für wen sich das Leasing lohnt und worin die wichtigsten Vorteile und Nachteile vom Leasing liegen, erklärt die folgende Übersicht: 

Was ist Leasing eigentlich genau?

Die Bezeichnung Leasing geht auf das englische Verb to lease zurück und bedeutet übersetzt mieten oder pachten. Beim Leasing handelt es sich somit im Prinzip um einen Mietvertrag mit zeitlicher Befristung. Der Leasinggeber kauft ein Objekt und vermietet das Objekt dann an seinen Vertragspartner, den Leasingnehmer, weiter.

Hierfür wird mit der Leasingrate eine regelmäßige, laufende Gebühr fällig, zudem wird meist eine größere Einmalzahlung zu Beginn oder zum Ende der Vertragslaufzeit vereinbart. Der wesentliche Unterschied zwischen dem Leasing und dem herkömmlichen Mieten wie beispielsweise bei einer Mietwohnung besteht darin, dass die Wartung und Instandhaltung des Leasingobjektes nicht in den Verantwortungsbereich des Vermieters, sondern den des Leasingnehmers fällt.

Das bedeutet, der Leasingnehmer muss dafür sorgen, dass das geleaste Objekt am Ende der Vertragslaufzeit in tadellosem Zustand zurückgegeben wird. Bei Leasinggeschäften mit Privatpersonen handelt es sich bei den Leasingobjekten meist um Autos, teilweise aber auch um hochwertige Computer. Im B2B-Bereich werden daneben beispielsweise auch Büroausstattung, Berufsbekleidung, Baumaschinen oder Nutzfahrzeuge geleast.   

Wie funktioniert das Leasing?

Möchte jemand ein Fahrzeug leasen, benötigt er zunächst einen Leasinggeber. Oft entscheiden sich Leasingnehmer für das jeweilige Autohaus in Kooperation mit der dahinterstehenden Bank als Leasinggeber, aber es gibt auch zahlreiche alternative Leasinggeber, die mitunter attraktivere Finanzierungskonditionen anbieten.

Auf Basis des Leasingobjektes berechnet der Leasinggeber die Leasingrate, also den Betrag, den der Leasingnehmer während der Vertragslaufzeit meist in monatlichen Raten bezahlen muss. Oft kommt zu den Leasingraten noch eine größere Einmalzahlung hinzu, die entweder zu Beginn oder am Ende der Vertragslaufzeit fällig wird.

Ist der Leasingvertrag beendet, gibt der Leasingnehmer das geleaste Objekt an den Leasinggeber zurück. In vielen Fällen kann der Leasingnehmer den Leasingvertrag aber auch verlängern oder das Leasingobjekt gegen Zahlung des Restwertes kaufen.  

Was sind die größten Pluspunkte des Leasings?

Auf den ersten Blick scheint der größte Vorteil vom Leasing darin zu liegen, dass sich der Leasingnehmer beispielsweise ein tolles neues Auto für verhältnismäßig wenig Geld leisten kann. Anstatt einen hohen Kredit aufnehmen oder die Ersparnisse opfern zu müssen, zahlt er lediglich überschaubare Monatsraten. Allerdings ist das Leasen in der Praxis nicht zwangsläufig billiger als ein klassischer Kauf.

Hinzu kommt, dass dem Käufer ein finanziertes Auto irgendwann einmal gehört und er das Auto dann entweder weiterfahren oder wieder verkaufen kann. Der Leasingnehmer hingegen kann das Leasingobjekt lediglich eine bestimmte Zeit lang nutzen und muss es danach wieder zurückgeben. Dennoch bietet das Leasing Vorteile.

In aller Regel werden die Verträge über drei bis vier Jahre abgeschlossen, was bedeutet, dass sich der Leasingnehmer nicht um die typischen Macken älterer Autos kümmern muss. Am Ende der Laufzeit gibt er das Fahrzeug zurück und kann sich direkt wieder für ein neues Auto entscheiden, ohne erst nach einem Käufer suchen zu müssen.

Kauft er das geleaste Fahrzeug, profitiert er davon, dass er die Stärken und Schwächen und auch die Unfallgeschichte des Autos kennt und somit keine bösen Überraschungen zu befürchten sind. 

Für wen lohnt sich das Leasing und für wen nicht?

Leasing lohnt sich in erster Linie für Selbstständige und Freiberufler. Sie können zum einen durch das Leasing ihren Fuhrpark oder auch die benötigte Ausstattung aufstocken, ohne dass dabei viel Eigenkapital gebunden und die Liquidität negativ beeinflusst ist. Zum anderen können sie die Leasingkosten direkt und in vollem Umfang steuerlich geltend machen. Für Privatpersonen ist das Leasing in erster Linie bequem und praktisch.

Vor allem diejenigen, die die Vorteile eines Neuwagens zu schätzen wissen, finden mit dem Leasing eine gute Möglichkeit, denn nach spätestens drei bis vier Jahren wird das Leasingobjekt wieder abgegeben. Hinzu kommt, dass sich der Leasingnehmer keine Gedanken über den Wertverfall und die Wiederverkaufschancen des Autos mach muss. Gerade der Wertverfall ist der größte Kostenfaktor bei einem Fahrzeug und fällt insbesondere in den ersten Jahren enorm hoch aus.

Allerdings wissen dies auch die Leasinggeber und berücksichtigen den Wertverlust in den Leasingraten entsprechend. Für Privatpersonen gilt als Grundregel, dass sich das Leasing umso weniger lohnt, je günstiger ein Auto gekauft werden kann. Autohersteller gewähren immer wieder satte Preisnachlässe und in einem allgemein niedrigen Zinsumfeld sind auch die Kreditkonditionen attraktiv.

Leasingnehmer profitieren zwar ebenfalls von Preisnachlässen der Autobauer und attraktiven Finanzierungskonditionen, allerdings geben Leasinggeber nicht alle Kostenvorteile an Leasingnehmer weiter. Wer ein Auto also kostengünstig kaufen oder zu interessanten Konditionen finanzieren kann, fährt letztlich billiger als mit Leasing.  

Was sind die Minuspunkte vom Leasing?

Das größte Problem beim Leasing ergibt sich durch die Definition, in welchem Umfang Abnutzungserscheinungen und Gebrauchsspuren als normal gewertet werden. Natürlich sieht ein Auto, das drei oder vier Jahre lang gefahren wurde, nicht mehr aus wie neu.

Dellen, Lackschäden, technische Mängel oder einen verschmutzten Innenraum wird jedoch kein Leasinggeber akzeptieren. Für den Leasingnehmer bedeutet das, dass er die Spuren vor der Rückgabe entweder beseitigen oder entsprechende Nachzahlungen leisten muss. Eine Rolle in diesem Zusammenhang spielt auch, ob ein Kilometer- oder ein Restwert-Leasing vereinbart wurde. Die meisten Leasingverträge werden als Kilometer-Leasing abgerechnet. Hierbei wird vertraglich festgelegt, wie viele Kilometer der Leasingnehmer während der Vertragslaufzeit fahren darf.

Eine bestimmte Kilometeranzahl bleibt dabei als Puffer nach oben und unten aber unberücksichtigt. Hat der Leasingnehmer am Ende weniger Kilometer auf dem Tacho, wird Geld zurückerstattet, ist er mehr gefahren als vereinbart, muss er für jeden zusätzlichen Kilometer einen bestimmten, vertraglich festgelegten Satz nachzahlen. Es gibt immer wieder Sonderangebote mit niedrigen Leasingraten, die allerdings auch nur wenig Inklusivkilometer enthalten.

Solche Verträge können am Ende aber sehr teuer werden, denn die Nachzahlungen für zuviel gefahrene Kilometer fallen mitunter happig aus. Im Unterschied zum Kilometer-Leasing wird beim Restwert-Leasing vertraglich festgelegt, in welcher Höhe die Abschlusszahlung ausfällt, die der Leasingnehmer am Ende an den Leasinggeber zahlen muss. Im günstigsten Fall entspricht diese Höhe dem Betrag, der durch einen Verkauf des Autos an einen Gebrauchtwagenhändler erzielt werden kann.

Stellt der Gutachter jedoch fest, dass der Fahrzeugwert niedriger ist als kalkuliert, beispielsweise weil das Auto Dellen und Lackschäden aufweist oder in einen Unfall verwickelt war, muss der Leasingnehmer die Differenz zwischen festgelegtem und ermitteltem Restwert ausgleichen. Beim Restwert-Leasing kann es mitunter böse Überraschungen geben, was zum einen daran liegt, dass sich der Restwert eines Autos nach mehrjähriger Nutzung im Vorfeld nur schwer kalkulieren lässt.

Zum anderen sind Leasinggeber und Leasingnehmer oft nicht der gleichen Meinung, wenn es darum geht, welche Abnutzungserscheinungen bei einem gebrauchten Auto normal sind und welche den Wert über die Maßen mindern.

Mehr Finanztipps, Darlehen, Kredite und Ratgeber:

 

Thema: Die wichtigsten Vorteile und Nachteile vom Leasing

Kommentar verfassen