Pro und Contra Forward-Darlehen

Pro & Contra zu Forward-Darlehen 

Ein Forward-Darlehen, das teilweise auch als Vorratsdarlehen bezeichnet wird, kommt im Zusammenhang mit Baufinanzierungen zum Tragen. Der überwiegende Teil von Baufinanzierungen wird als Annuitätendarlehen abgeschlossen, die sich dadurch auszeichnen, dass die vereinbarte Monatsrate während der Rückzahlphase konstant bleibt.

Allerdings wird der Zinssatz im Regelfall nicht über die gesamte Laufzeit, sondern nur für einen bestimmten Zeitraum fest vereinbart.

 

Da die meisten Bauherren die Restschuld nach Ende der ersten Zinsbindung nicht tilgen können, werden die Konditionen im Zuge der Anschlussfinanzierung neu verhandelt. Ein Forward-Darlehen funktioniert vom Prinzip her wie ein Annuitätendarlehen, das bedeutet, es wird ein Kredit vereinbart, der die Rückzahlung der Restschuld zu einem Zinssatz regelt, der für einen festgelegten Zeitraum gilt. Allerdings liegt der wesentliche Unterschied darin, dass ein Forward-Darlehen teilweise weit vor Ende der Zinsbindung abgeschlossen wird und die Auszahlung somit nicht unmittelbar, sondern erst dann erfolgt, wenn die Zinsbindung des bestehenden Darlehens ausläuft.

In anderen Worten ausgedrückt bedeutet das, dass sich der Kreditnehmer durch ein Forward-Darlehen den aktuellen Zinssatz sichert, unabhängig davon, wie sich der Zinssatz bis zur Auszahlung des Darlehens entwickelt. Die Höhe der Summe des Forward-Darlehens entspricht der Restschuld, die zum Ende der Zinsfestschreibung bestehen wird.

Zum Zeitpunkt der Auszahlung wird die bestehende Baufinanzierung durch das Forward-Darlehen abgelöst, wobei dies unmittelbar zwischen bisherigem und neuem Kreditinstitut durchgeführt wird. Grundsätzlich werden Forward-Darlehen zu gleichen Konditionen angeboten wie andere Darlehen, das bedeutet, die Höhe des Zinssatzes orientiert sich an Faktoren wie Darlehenssumme, Laufzeit oder Bonität des Darlehensnehmers.

Forward-Periode 

Allerdings berechnen die Kreditinstitute im Regelfall Zinsaufschläge, die sich zwischen 0,01 und 0,08 Prozent pro Monat Wartezeit bewegen, denn durch diese Zinsaufschläge gleichen die Banken das Risiko von eventuell steigenden Zinsen aus. In der Praxis bedeutet das, dass sich der Zinssatz für ein Forward-Darlehen, das eine Forward-Periode von 36 Monaten hat, bei Zinsaufschlägen von 0,05 Prozent um 1,8 Prozent erhöht. Ein Forward-Darlehen kann einige Vorteile für den Kreditnehmer bringen.

Hierzu gehört insbesondere, dass:

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durch ein Forward-Darlehen ein aktuell günstiger Zinssatz auch für die Zukunft gesichert werden kann. Forward-Darlehen bieten sich dann an, wenn der Kreditnehmer davon ausgehen muss, dass die Zinsen steigen werden und sich sein Darlehen dadurch nach Ende der Zinsbindung verteuern wird.

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eine gewisse Sicherheit gegeben ist. Durch das Forward-Darlehen kann der Kreditnehmer langfristig kalkulieren, da er die Höhe seiner monatliche Belastung auch nach Ende der ersten Zinsbindung kennt.  

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Forward-Darlehen meist zu etwas günstigeren Konditionen angeboten werden als bestehende Annuitätendarlehen. Zudem umgeht der Kreditnehmer die Situation, dass er bei Ablauf seiner Zinsbindung eine schnelle Entscheidung hinsichtlich der Anschlussfinanzierung treffen muss.

Allerdings spricht ein sehr wichtiger Punkt gegen ein Forward-Darlehen, nämlich der, dass ein abgeschlossener Vertrag bindend ist. Sinken die Zinsen wider Erwarten, ist der Darlehensnehmer an den im Rahmen des Forward-Darlehens vereinbarten Zinssatz gebunden und kann nicht von zwischenzeitlich günstigeren Zinsen profitieren.

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