Infos und Tipps zu Investmentfonds

Die wichtigsten Infos und Tipps rund um Investmentfonds in der Übersicht 

Die Idee, die hinter Investmentfonds steht, ist eigentlich recht einfach. So zahlen die Anleger ihr Kapital zunächst in einen gemeinsamen Topf ein und bilden auf diese Weise das Fondsvermögen.

Das Fondsvermögen wiederum wird von professionellen Fondsmanagern verwaltet, die es möglichst gewinnbringend in beispielsweise Aktien, Anleihen oder Immobilien investieren.

Nun gibt es allerdings eine Vielzahl unterschiedlicher Fonds mit ebenso unterschiedlichen Anlagestrategien, die alle ihre eigenen Vorteile und Chancen bieten, genauso aber auch Nachteile und Risiken bergen.

Hier daher die wichtigsten Infos und Tipps rund um Investmentfonds in der Übersicht: 

Die Risikobereitschaft als wichtiges Auswahlkriterium

Um die für sich am besten geeignete Anlage zu finden, sollte sich der Anleger zunächst einmal Gedanken über seine Erwartungen und Ziele machen. Ein wesentliches Auswahlkriterium im Zusammenhang mit Fonds ist dabei die Risikobereitschaft.

Möchte der Anleger möglichst hohe Renditen erzielen, muss er bereit sein, ein höheres Risiko einzugehen, denn der Wert von renditeträchtigen Fonds kann stark schwanken. Wer hingegen keine allzu große Risikobereitschaft mitbringt, sollte sich für Fonds entscheiden, die weniger stark schwanken. In diesem Fall geht die höhere Sicherheit jedoch zulasten der Gewinnerwartungen.

Zu den vergleichsweise risikoarmen Fonds gehören beispielsweise Rentenfonds, bei denen festverzinsliche Wertpapiere den Anlageschwerpunkt bilden. Höhere Renditechancen, aber zugleich auch ein deutlich höheres Risiko bieten im Unterschied dazu Branchen- oder Länderfonds, die in erster Linie in Aktien investieren.  

Aktienfonds und Aktienindexfonds

Bei Aktienfonds wird das Anlagekapital vorrangig in Aktien investiert. Der Wert hängt unmittelbar von der Entwicklung der Aktien ab, so dass größere Wertschwankungen und auch Verluste möglich sind. Um die Verlustrisiken möglichst gering zu halten, sollte der Anleger darauf achten, dass sein Fonds in Aktien aus verschiedenen Branchen investiert.

Daneben kann auch die Investition auf internationaler Ebene das Risiko größerer Verluste senken. Um hier aber mögliche Währungsrisiken zu umgehen, kann sich der Anleger auch für die Eurozone als Anlageschwerpunkt entscheiden.

Die niedrigsten Kosten verursachen Aktienindexfonds, sogenannte ETFs. Teilweise bewegen sich die laufenden Kosten von Aktienindexfonds bei nur zehn Prozent der üblicherweise auf Provisionsbasis verkauften Aktienfonds.    

Rentenfonds und Rentenindexfonds

Bei diesen Fonds bilden Schuldverschreibungen von Staaten oder Unternehmen den Anlageschwerpunkt. Die Wertentwicklung hängt dabei in erster Linie von der Entwicklung der Kapitalmarktzinsen ab, allerdings ist es nicht möglich, die Zinsentwicklung zuverlässig vorherzusagen.

Fallen die Kapitalmarktzinsen, steigt der Wert der Schuldverschreibungen, steigen die Kapitalmarktzinsen, verlieren die Schuldverschreibungen an Wert. Da dies umso mehr ins Gewicht fällt, je länger die Laufzeit der Schuldverschreibungen ist, sind Rentenfonds, die das Kapital in Schuldverschreibungen mit sehr langen Restlaufzeiten anlegen, anfällig für Wertschwankungen.

Ein weiteres Risiko von Schuldverschreibungen liegt darin, dass der Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen möglicherweise nicht nachkommen kann. Besonders bei solchen Schuldverschreibungen, bei denen nicht klar ist, ob der Schuldner in der Lage sein wird, seine Schulden zu tilgen, sind größere Verluste nicht ausgeschlossen.

Investiert der Fonds in Anleihen in fremden Währungen, kommt außerdem noch das Währungsrisiko hinzu. Im Hinblick auf die Kosten sind Rentenindexfonds, bei denen sich das Portfolio nach einem Rentenindex richtet, empfehlenswert. Hier betragen die laufenden Kosten nicht selten gerade einmal ein Fünftel der Kosten, die bei einem meist auf Provisionsbasis verkauften Rentenfonds anfallen. 

Immobilienfonds

Bei Immobilienfonds wird das Kapital überwiegend in vermietete Gewerbeimmobilien investiert. Die Erträge hängen davon ob, ob und in welcher Höhe Mieteinnahmen und Wertsteigerungen erzielt werden. Befinden sich auch ausländische Immobilien im Portfolio, wirken sich außerdem auch Währungsschwankungen aus.

Macht es die Marktlage notwendig, können offene Immobilienfonds jederzeit geschlossen werden, was für den Anleger bedeutet, dass er seine Anteile über mitunter sehr lange Zeiträume nicht an die Kapitalanlagegesellschaft zurückgeben kann.

Es ist zwar in aller Regel möglich, die Anteile auch an der Börse zu verkaufen, allerdings geht dies meist mit Wertabschlägen einher. Trotz der Risiken können Immobilienfonds aber eine lohneswerte Ergänzung zu beispielsweise Rentenfonds sein, denn die erzielte Erträge unterliegen in vielen Fällen nur anteilig der Steuerpflicht. 

Dachfonds

Dachfonds sind Fonds, die das Kapital nicht selbst in Aktien, Anleihen oder Immobilien anlegen, sondern stattdessen in Investmentfonds investieren, deren Anlageschwerpunkt Aktien, Anleihen oder Immobilien bilden. Je nach Anlagestrategie verteilen sich die Anteile an Aktien-, Renten-, Immobilien-, Geldmarkt- und anderen Investmentfonds unterschiedlich.

So werden für chancenorientierte Anleger mit hoher Risikobereitschaft beispielsweise Dachfonds mit hohen Aktienfondsanteilen angeboten, während sich sicherheitsorientierte Anleger für einen Dachfonds mit nur geringen Anteilen an Aktienfonds entscheiden können.

Beim Kauf des Dachfonds werden mit dem Ausgabeaufschlag im Regelfall einmalige Kosten fällig. Langfristig wird die Rendite jedoch durch die doppelten laufenden Kosten geschmälert. Dies liegt daran, dass sowohl der Dachfonds als auch die einzelnen enthaltenen Fonds Gebühren erheben. Zusätzlich dazu fallen außerdem noch Kapitalanlagekosten an.     

Die Ausgabeaufschläge und Verwaltungskosten bei Investmentfonds

Die Kosten, die für den Investmentfonds entstehen, wirken sich unmittelbar auf die mögliche Rendite aus. Um die möglichen Erträge möglichst wenig zu schmälern, sollte der Anleger daher darauf achten, dass die Kosten möglich gering ausfallen. Zwei wesentliche Kostenfaktoren in diesem Zusammenhang sind die Ausgabeaufschläge und die Verwaltungskosten.

Ausgabeaufschläge sind Kosten, die nur einmal beim Kauf der Anteile für die Vermittlung des Fonds anfallen. Teilweise lassen sich die Ausgabeaufschläge durch Verhandeln jedoch ein wenig reduzieren. Verwaltungskosten werden jedes Jahr in Rechnung gestellt.

Sie umfassen hauptsächlich die Entgelte für die Verwaltung des Kapitals und die Vertriebsfolgeprovisionen für den Fondsvermittler. Bei Indexfonds müssen üblicherweise keine Ausgabeaufschläge und Vertriebsfolgeprovisionen bezahlt werden und auch die Kapitalanlagekosten fallen niedriger aus. Weil Indexfonds über die Börse gehandelt werden, muss der Anleger hier nur die banküblichen Transaktionskosten beim Kauf und Verkauf bezahlen.   

Die Erträge aus Investmentfonds

Erträge, die aus Investmentfonds erzielt werden, gehören zum steuerpflichtigen Einkommen. Für Kursgewinne gilt seit 2009 die Abgeltungssteuer, wodurch die Erträge pauschal mit 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer besteuert werden.

Steuerliche Aspekte sind jedoch nur ein Faktor unter vielen, so dass die Steuer niemals der Hauptgrund bei der Entscheidung für oder gegen ein Anlageprodukt sein sollte. Entscheidender sind vielmehr die persönlichen Anlageziele sowie die finanzielle Ausgangs- und die Lebenssituation.

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