Infos zu Cap-Darlehen

Infos zu Cap-Darlehen

Der überwiegende Teil von Baufinanzierungen wird in Form eines Annuitätendarlehens abgeschlossen, insbesondere bei vermieteten Immobilien werden daneben häufig auch endfällige Darlehen oder Bauspardarlehen gewählt, da diese mit Steuervorteilen verbunden sein können.

Eine weitere Finanzierungsvariante, die im Zusammenhang mit Baufinanzierungen zum Tragen kommt, sind sogenannte Cap-Darlehen.

Hierbei handelt es sich um Darlehen, die im Grunde genommen eine Mischung aus einem klassischen Hypothekendarlehen und einem variablen Darlehen sind:

    

•        Ein klassisches Hypothekendarlehen wird durch eine monatliche Rate zurückbezahlt, die sich aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammensetzt.

Der Zinsanteil dient dazu, die Kosten für das Darlehen zu begleichen, durch den Tilgungsanteil werden die eigentlichen Schulden zurückbezahlt. Zu Beginn der Rückzahlphase liegt der Zinsanteil allerdings deutlich höher als der Tilgungsanteil und erst im Verlauf der Rückzahlung verschiebt sich dieses Verhältnis. Dies liegt daran, dass für klassische Hypothekendarlehen eine Rate vereinbart wird, die in konstanter Höhe bliebt. Zinsen werden jedoch immer nur für die noch vorhandene Restschuld berechnet und durch den Tilgungsanteil der Rate reduziert sich die Restschuld kontinuierlich.

Dadurch reduziert sich dann auch die Zinslast und da die Ratenhöhe sich nicht ändert, bleibt ein größerer Anteil der Rate für die Tilgung übrig. Üblicherweise wird, zumindest während der Zinsbindungsfrist, ein fester Zinssatz für ein klassisches Hypothekendarlehen vereinbart. Für den Finanzierungsnehmer bedeutet das, dass sich zwar steigende Marktzinsen nicht nachteilig auf seine Finanzierung auswirken und er die monatliche Belastung für den vereinbarten Zeitraum sicher kalkulieren kann, andererseits jedoch auch, dass er gerade aufgrund der Zinsbindungsfrist sinkende Zinsen nicht für sich nutzen kann.

•        Ein variables Darlehen wird ohne festen Zinssatz vereinbart, die Höhe der Zinsen wird stattdessen in regelmäßigen Abständen an den Marktzins angeglichen.

Sinken die Zinsen, profitiert der Finanzierungsnehmer somit unmittelbar von niedrigeren Kosten für die Finanzierung, allerdings kann sich das Darlehen auch verteuern, wenn die Zinsen steigen. Der entscheidende Vorteil von variablen Darlehen liegt darin, dass diese jederzeit anteilig oder vollständig getilgt und gekündigt werden können, ohne dass der Finanzierungsgeber eine Vorfälligkeitsentschädigung in Rechnung stellt.

Hinzu kommt, dass variable Darlehen in aller Regel in klassische Hypothekendarlehen umgewandelt werden können und sich der Finanzierungsnehmer auf diese Weise sehr niedrige Zinsen sichern kann. 

•        Ein Cap-Darlehen ist insofern ein variables Darlehen, als dass auch hier kein fester Zinssatz vereinbart wird.

Zeitgleich ähnelt es dem klassischen Hypotheken, weil der Finanzierungsnehmer ein gewisses Maß an Kalkulationssicherheit hat, was sich daraus ergibt, dass der Zinssatz zwar nicht fest, aber mit einer Obergrenze vereinbart wird.

Das bedeutet, dass der Finanzierungsnehmer die Vorteile von sinkenden Zinsen nutzen kann, im Hinblick auf steigende Zinsen jedoch nur ein begrenztes Risiko eingeht. Zudem besteht auch bei einem Cap-Darlehen im Regelfall die Möglichkeit, dieses jederzeit kündigen zu können.

Insofern ist ein Cap-Darlehen insbesondere dann sinnvoll, wenn der Finanzierungsnehmer eine größere Geldsumme erwartet, jedoch der Zeitpunkt, wann diese verfügbar sein wird, noch nicht genau feststeht.

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