Was sind Stablecoins? Teil 2

Was sind Stablecoins? Teil 2

Der Hype rund um Kryptowährungen ist ungebrochen. Doch wer in diesem Bereich investieren möchte, muss nicht unbedingt auf Bitcoin, Ethereum und andere Digitalwährungen setzen. Denn mit den sogenannten Stablecoins steht eine Alternative zur Verfügung, die die digitale und die analoge Welt miteinander verknüpft.

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Was sind Stablecoins Teil 2

In einem zweiteiligen Beitrag schauen wir uns Stablecoins näher an. Dabei haben wir in Teil 1 erklärt, was genau Stablecoins sind und in welchen Arten es sie gibt.

Hier ist Teil 2!:

Welches sind die bekanntesten Stablecoins?

Inzwischen gibt es um die 100 verschiedene Stablecoins. Gemeinsam haben sie einen Wert von ungefähr 130 Milliarden Euro. Den Löwenanteil davon machen aber einige wenige Stablecoins unter sich aus.

Zu den bekanntesten Projekten, die sich vergleichsweise stabil auf dem Markt halten, gehören Tether, USD Coin und Binance USD.

Tether (USDT)

Die Akteure hinter der Kryptobörse Bitfinex brachten Tether bereits 2014 auf den Weg. Ihr Ziel war, es einfacher zu machen, Fiat-Währungen in einem digitalen Umfeld zu verwenden.

Gemessen an der Marktkapitalisierung, zählt Tether bis heute zu den größten, stärksten und beliebtesten Stablecoins. Die Kryptowährung ist kompatibel mit den gängigen Blockchains wie Bitcoin, Ethereum, EOS oder Tron.

USD Coin (USDC)

USD Coin ist eine Kryptowährung der US-amerikanischen Kryptobörse Coinbase. Der Stablecoin wurde 2018 mit dem Ziel eingeführt, die Möglichkeit zu schaffen, Waren und Dienstleistungen künftig mit einer Kryptowährung zu bezahlen.

Die hinterlegten US-Dollars werden auf Konten verwahrt, die regelmäßig von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Grant Thornton öffentlich kontrolliert werden.

Dadurch ist USD Coin sowohl mit US-Dollar als Gegenwert abgesichert als auch transparent und geprüft. Weil USD Coin ein Ethereum Token ist, ist der Stablecoin mit Ethereum-Wallets kompatibel.

Binance USD

Im Jahr 2019 kam Binance USD als Gemeinschaftsprojekt von Binance und Paxos auf den Markt. Binance ist die aktuell größte Kryptobörse weltweit, Paxos ist ein in New York ansässiges Finanzinstitut, das sich auf die Blockchain spezialisiert hat.

Die Idee war, eine Kryptowährung zu entwickeln, die der US-Dollar stützt.

Binance USD wird von den New Yorker Finanzbehörden beaufsichtigt. Für jeden Stablecoin ist auf Treuhandkonten mindestens ein US-Dollar hinterlegt. Die Kryptowährung gibt es für die Blockchain-Umgebungen von Binance und Ethereum.

Welche Risiken gibt es bei Stablecoins?

Der Kryptomarkt unterliegt sehr starken Wertschwankungen. Durch die Preiskopplung an eine reale Fiat-Währung oder einen anderen Vermögenswert können Stablecoins in diesem Umfeld eine gewisse Stabilität bieten.

Die Preisstabilität soll bei Stablecoins, die an den US-Dollar gekoppelt sind, dadurch sichergestellt sein, dass für jeden Stablecoin, der erzeugt oder verkauft wird, ein realer US-Dollar auf ein Konto fließt.

In der Praxis machen die Reserven in echten US-Dollar bei vielen Stablecoins aber nur einen kleinen Prozentsatz aus. Den großen Rest decken die Kryptowährungen zum Beispiel über Geldmarkt- oder Wertpapiere ab. Aus diesem Grund gab und gibt es immer wieder massive Kritik an verschiedenen Stablecoins.

Am Deckungsversprechen von Tether beispielsweise kamen im Laufe der Zeit mehrfach Zweifel auf. Im Jahr 2019 bestätigte sich dann, dass die Zweifel nicht unbegründet waren.

Die US-amerikanischen Bundesbehörden leiteten gegen die Verantwortlichen ein Verfahren wegen Betrugsverdachts ein. Coinbase hatte ebenfalls eine vollständige Deckung seines Stablecoins USD Coin durch US-Dollar zugesichert.

Allerdings stellte sich im Jahr 2021 heraus, dass die Reserven anteilig auch kurz- und langfristige Unternehmensanleihen umfassten.

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Zwar arbeiten Banken ähnlich. Auch sie sichern Guthaben nicht 1:1 durch einen realen Gegenwert ab. Der entscheidende Unterschied ist aber, dass der Staat im Ernstfall einspringt und die Einlagen sichert, wenn eine Bank in finanzielle Schieflage gerät. So eine Einlagensicherung durch den Gesetzgeber existiert bei Stablecoins nicht.

Die EU hat sich im Sommer 2022 auf eine neue Richtlinie namens „Mica“ verständigt, die Kryptowährungen regulieren soll.

„Mica“ steht für „Markets in Crypto Assets“. Die Richtlinie sieht unter anderem vor, dass Anbieter von Stablecoins in Zukunft eine ausreichend liquide Reserve vorhalten müssen, von der ein Teil aus Einlagen besteht. Wann und mit welchen Vorgaben genau die Richtlinie in Kraft tritt, steht noch nicht fest.

Die Risiken von algorithmischen Stablecoins machten im Mai 2022 Schlagzeilen. Seinerzeit brachen Terra USD und sein Schwester-Coin Luna zusammen.

Wie generell bei Investitionen im Bereich der Kryptowährungen muss jeder Anleger letztlich für sich selbst entscheiden, ob er das Risiko eingehen will, schlimmstenfalls viel Geld zu verlieren.

Wo kann der Anleger Stablecoins kaufen?

Wie Bitcoin, Ethereum und andere Kryptowährungen können auch Stablecoins über klassische Kryptobörsen gekauft werden. Zwar fehlen im Bereich der Kryptobörsen nach wie vor staatliche Regulierungen. Trotzdem gibt es seriöse Anbieter, bei denen der Anleger ohne Bedenken Stablecoins kaufen kann.

Nach dem Investment kann der Anleger selbst entscheiden, ob er seine Stablecoins in der jeweiligen Kryptobörse belässt oder ob er sie in sein privates Wallet überträgt. Die Grundidee von Stablecoins ist, den Handel mit verschiedenen Kryptowährungen zu vereinfachen.

Für diesen Einsatzzweck ist es natürlich sinnvoll, die Stablecoins in der Börse zu belassen. Wenn der Anleger aber weiß, dass er in absehbarer Zeit nicht damit handeln wird, kann er die Stablecoins genauso in sein Wallet transferieren.

Beim Handel sollte der Anleger auf die Gebühren achten. Denn nicht immer ist ein direkter Umtausch von Kryptowährungen möglich. Möchte der Anleger Stablecoins gegen andere Kryptowährungen eintauschen, muss er bei einigen Anbietern über den Euro gehen.

Es gibt dann zwei Transaktionen, nämlich einmal von einer Kryptowährung zu Euro und einmal von Euro zu einer anderen Kryptowährung.

Doch für diese beiden Transaktionen werden dann auch zweimal Transaktionsgebühren fällig.

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