Was sind Stablecoins? Teil 1

Was sind Stablecoins? Teil 1

Wer sich mit Investitionen in Kryptowährungen wie den Bitcoin oder Ethereum beschäftigt, stößt früher oder später auch auf die sogenannten Stablecoins. Zwar sind Stablecoins ebenfalls Kryptowährungen. Aber sie unterscheiden sich deutlich von Bitcoin, Ethereum und Co. Wir erklären, was es mit Stablecoins auf sich hat!

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Was sind Stablecoins Teil 1

Was sind Stablecoins?

Wörtlich übersetzt, sind Stablecoins stabile Coins (Münzen), im Fachjargon wird von gekoppelten Kryptowährungen gesprochen. Gekoppelt deshalb, weil Stablecoins fest an einen Vermögenswert gebunden sind und dadurch abgesichert werden.

Die meisten Stablecoins sind 1:1 an den US-Dollar gebunden. Damit hat ein einzelner Stablecoin den Wert eines US-Dollars. Gleichzeitig werden Stablecoins dadurch zu einem Bindeglied zwischen der digitalen Welt der Kryptowährungen und der analogen Welt, in der mit Fiat-Währungen wie dem US-Dollar oder dem Euro bezahlt wird.

Stablecoins ermöglichen, die Infrastruktur der Blockchain zu nutzen, um eine Zahlung zu einem Fiat-Gegenwert abzuwickeln. Wie fast alle Kryptowährungen sind Stablecoins aber nicht staatlich organisiert.

Auch wenn ein Stablecoin an den US-Dollar gekoppelt ist, hat die US-Notenbank nichts damit zu tun. Alle wichtigen Notenbanken arbeiten zwar inzwischen an eigenen Kryptowährungen.

Doch ein Großteil der Projekte ist noch nicht in die Tat umgesetzt und in diesem Zusammenhang wird auch nicht von Stablecoins gesprochen.

Auf vielen Kryptobörsen können Stablecoins eingesetzt werden, um damit andere Kryptowährungen zu kaufen. Andersherum können Kryptowährungen bei einem Verkauf auch wieder in Stablecoins eingetauscht werden.

Dabei bieten Stablecoins klare Vorteile:

  • Das Geld des Anlegers verbleibt im Krypto-Kreislauf und der Anleger kann es jederzeit, rund um die Uhr an sieben Tagen die Woche, in andere Kryptowährungen investieren.

  • Weil es keine Banken als Zwischenhändler gibt, spart der Anleger nicht nur Zeit, sondern je nach Plattform auch Transaktionsgebühren. Anders als bei Fiat-Währungen fallen bei einem Tausch von Kryptowährungen in Stablecoins oder deren Übertrag nämlich oft nur geringe Kosten an.

  • Der Wert von Kryptowährungen unterliegt starken Schwankungen, mitunter ändert er sich im Minutentakt. Durch Stablecoins kann der Anleger zwischendurch in einen relativ stabilen Vermögenswert wechseln und erspart sich so das nervenaufreibende Abpassen des optimalen Zeitpunkts für einen Kauf oder Verkauf.

  • Hält und verleiht der Anleger seine Kryptowährungen (Staking und Lending), kann er auf einigen Kryptobörsen mit seinen Stablecoins Kryptozinsen erwirtschaften und damit Geld verdienen.

Wie groß die Unterschiede bei den Wertschwankungen sind, zeigt ein Blick auf die Zahlen. So schwankte der Kurs des Bitcoins zwischen Juni 2021 und Juni 2022 um 37.000 US-Dollar.

Im Verlauf dieses Jahres kletterte der Kurs zwischenzeitlich um über 80 Prozent über den Startpreis, fiel aber auch um knapp 20 Prozent darunter. Der Wert des an den US-Dollar gekoppelten Stablecoins hingegen schwankte im selben Zeitraum um weniger als einen Cent.

Die Steuern bei Stablecoins

Stablecoins unterliegen den Steuervorschriften, die für alle Kryptowährungen gelten. Deshalb kann der Tausch von Stablecoins in Euro oder andere Kryptowährungen steuerpflichtig sein, wenn beim Tausch oder Verkauf ein Gewinn entsteht.

Verkauft der Anleger Kryptowährungen innerhalb eines Jahres nach dem Kauf mit Gewinn, handelt es sich um ein privates Veräußerungsgeschäft, das steuerpflichtig ist. Dabei gilt eine jährliche Freigrenze von 600 Euro.

Unter diese Freigrenze fallen aber auch die Gewinne aus dem Verkauf von Edelmetallen wie Gold oder Silber und von Kunstgegenständen. Hält der Anleger seine Stablecoins länger als zwölf Monate, muss er einen Gewinn beim Verkauf nicht versteuern.

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In welchen Arten gibt es Stablecoins?

Stablecoins kennzeichnen sich dadurch, dass sie an einen Vermögenswert gekoppelt sind. Bei diesem Vermögenswert muss es sich aber nicht unbedingt um eine Währung handeln. Auch ein Rohstoff, eine Kryptowährung oder ein Algorithmus können Stablecoins absichern.

Fiat-gekoppelte Stablecoins

Die Werte von Kryptowährungen schwanken sehr stark. Auf Stablecoins, die mit einer traditionellen Fiat-Währung wie dem US-Dollar unterlegt sind, trifft das nicht zu. Der Wert eines Stablecoins entspricht dann ziemlich exakt einem Dollar.

Kontrolliert werden Fiat-gekoppelte Stablecoins von den Unternehmen, die sie herauslegen. Der Anleger muss diesen Unternehmen sein Vertrauen schenken. Die bekanntesten Vertreter an dieser Stelle sind Tether (USDT) und USD Coin (USDC).

Rohstoff-gekoppelte Stablecoins

Für die Besicherung dieser Stablecoins werden Rohstoffe wie Gold und andere Edelmetalle, aber auch Öl oder Immobilien herangezogen.

Wegen der Besicherung mit physischen Vermögenswerten gelten Rohstoff-gekoppelte Stablecoins als vergleichsweise sicher. Zu den bekanntesten Vertretern zählen Digix Gold (DGX) und Tether Gold (XAUT).

Krypto-gekoppelte Stablecoins

Zwar orientieren sich auch Krypto-gekoppelte Stablecoins am Kurs von Fiat-Währungen, allerdings sind sie durch Kryptowährungen besichert. Weil die Kryptowährungen, die als Absicherung dienen, in ihren Kursen stark schwanken können, sind die Stablecoins in aller Regel über-besichert. Die Überbesicherung soll die Kursschwankungen ausgleichen.

Ein Vorteil von Krypto-gekoppelten Stablecoins besteht darin, dass es kein Unternehmen gibt, das die Stablecoins kontrolliert und dem der Anleger vertrauen muss.

Durch das Investment geht der Anleger aber ein höheres Risiko ein, weil die Kryptowährungen, die als Besicherung dienen, in ihren Werten schwanken. Zu den bekanntesten Vertretern gehören DAI und DAO.

Algorithmische Stablecoins

Diese Art von Stablecoins ist nicht durch einen Vermögenswert gedeckt. Stattdessen läuft die Besicherung über einen Computeralgorithmus.

Bei einer hohen Nachfrage erzeugt der Algorithmus neue Coins, bei einer sinkenden Nachfrage kauft er das Überangebot auf.

Nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage verhindert der Algorithmus auf diese Weise zu starke Wertschwankungen. Bekannte Vertreter sind Ampleforth (AMPL) und ehemals Terra (LUNA).

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Matthias Kumpertz, - Finanzberater und Marlene Heuer,- Finanzberaterin, sowie Christian Gülcan, Unternehmer, Kryptoinvestor, VC Investor, Gründer, Kreditnehmer, Betreiber und Redakteur der Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zu Finanzen, Kapital, Finanzierungen und Banken. Anleitungen, Investments und Finanzpläne für Verbraucher und Investoren. Die Inhalte des Informationsangebots, stellen keine Finanzberatung oder Anlageberatung dar - somit ersetzen die Inhalte auch keine persönliche Beratung mit einen Finanzberater oder Steuerberater.

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