Die aktuellen Anlagetrends

Die aktuellen Anlagetrends  

Die Finanzkrise hat einige Anlagegesetze, die über viele Jahre Bestand hatten, gehörig durcheinander gebracht und in Frage gestellt. So sind die festverzinslichen Staatsanleihen auf Eurobasis, die einst als verhältnismäßig solide und risikoarm galten, mittlerweile mindestens genauso, wenn nicht sogar noch risikoanfälliger als Aktien deutscher exportorientierter Unternehmen.

Auch ein Ende der Ausschläge vom Euro und dem US-Dollar ist nicht in Sicht und damit ebenso wenig die positiven und negativen Auswirkungen davon auf die Börse.

Der regelrechte Ansturm auf Gold wird vermutlich noch etwas anhalten, die Immobilienpreis dürften zusammen mit den Bauzinsen leicht ansteigen. Die aktuellen Anlagetrends berücksichtigen alle diese Punkte, allerdings sind Trends immer nur die Theorie und in der Praxis kann die Marktentwicklung ganz anders ausfallen. Für den Anleger heißt das letztlich nichts anderes, als dass er sich zwar an Trends orientieren kann, sich vor einer Entscheidung aber einen Überblick über die wichtigsten Finanzmärkte verschaffen sollte.

Hier nun die wichtigsten aktuellen Anlagetrends in der Übersicht:

Aktien

Im letzten Jahrzehnt haben vor allem solche Anleger, die langfristige Investments in Wertpapiere getätigt haben, empfindliche Verluste hinnehmen müssen. Der Deutsche Aktienindex, DAX, hat sich zwar nach der Krise wieder erholt, dotiert aber noch immer deutlich niedriger als im Jahr 2000. Gleiches gilt für die USA.

Trotzdem sind Aktien nach wie vor interessante Anlageobjekte, was auch daran liegt, dass die Indizes der Industriestaaten die Finanz- und Wirtschaftskrise weltweit überraschend gut verkraftet haben. Vor allem der DAX hat dabei eine positive Entwicklung hinter sich, denn die deutsche Exportwirtschaft profitiert von der großen Nachfrage nach Industrie- und Luxusgütern in Asien. Das Wachstum in Asien, und hier vor allem in China, wird vermutlich noch eine Weile anhalten, so dass Aktien nach wie vor interessant bleiben.

Experten gehen sogar davon aus, dass der DAX bald ein neues Hoch erreichen könnte. Ebenso interessant sind Aktien von US-amerikanischen Unternehmen. Während einerseits die Arbeitslosigkeit steigt, können führende Konzerne andererseits wieder deutliche Gewinne verzeichnen, wobei sogar Experten von den positiven Unternehmensgewinnen überrascht waren. Der Optimismus ist in den Aktienkursen und dem Dow Jones aber noch nicht zu spüren, was für den Anleger hohe Renditechancen bedeutet.

Zudem wäre eine Staatskrise oder eine erneute Talfahrt des US-Dollars aus Sicht des Anlegers kein Nachteil, denn dadurch würden die Exporte von US-Konzernen mit hoher Ausfuhrquote günstiger werden.

Letztlich sind und bleiben Aktien also für Anleger interessant, auch wenn die kommenden Börsenjahre sicher kaum ruhiger werden als die vergangenen. 

Länder- und Themenfonds mit Papieren aus Schwellenländern

Schwellenländer wie China, Brasilien oder Indien sind nicht nur auf dem Vormarsch, sondern haben in einigen Branchen etablierte Industrienationen bereits ein- oder sogar überholt. Faktoren wie geringe Lohnkosten, gesunde Staatsbilanzen, junge Bevölkerungen und oft Ressourcen in großem Umfang haben dazu beigetragen, dass das Wirtschaftswachstum trotz Krise anhält.

Interessant sind daher Länder- und Themenfonds, die Wertpapiere aus einem oder aus mehreren Schwellenländern beinhalten. Durch die Streuung fällt es im Unterschied zu Einzelaktien weniger ins Gewicht, wenn ein Wertpapier an Wert verliert.

Eine Alternative hierzu sind ETFs, börsennotierte Indexfonds. Diese bilden die Börsenindizes der Schwellenländer ohne aktive Anlagepolitik eins zu eins ab und sind kostengünstiger als Länder- und Themenfonds.   

Gold

Nicht zuletzt die Angst vor einer möglichen Inflation führt dazu, dass der Run auf Gold anhält. Physisches Gold gilt als sichere und solide Geldanlage, denn das Gewicht eines Goldbarrens oder einer Goldmünze bleibt immer gleich, unabhängig von einer Inflation.

Allerdings notiert Gold in US-Dollar, so dass sich ein schwacher Dollarkurs nachteilig auf einen Preisanstieg beim Gold auswirkt. Hinzu kommt, dass auch der Goldpreis bei einer breiten Inflation deutlich sinkt. Als Anlage ist Gold dennoch empfehlenswert, allerdings sollte der Anteil im Depot nicht höher ausfallen als zehn bis maximal 20 Prozent.  

Baugeld und Immobilienpreise

Aktuell sind die Zinsen für Baufinanzierungen noch sehr niedrig. Dies dürfte sich allerdings bald ändern. Der Grund hierfür liegt darin, dass sich die Zinsen für Baugeld an den Zinsen des Bundes für zehnjährige Staatsanleihen orientieren. Wegen der Eurokrise und der Inflationsgefahr werden diese Zinsen vermutlich steigen und damit dann auch die Kosten für Baugeld. Wer in absehbarer Zeit Baugeld oder eine  Anschlussfinanzierung benötigt, sollte also recht schnell zugreifen oder sich die momentan sehr guten Konditionen durch ein Forward-Darlehen sichern.

Ebenfalls steigen dürften die Immobilienpreise. Dies erklärt sich damit, dass viele Anleger in wirtschaftlich unsicheren Zeiten und bei steigender Inflationsangst auf Anlageobjekte setzen, die als sicher gelten. Hierzu gehören neben Gold eben auch Immobilien.

Die Preise sind bereits etwas gestiegen, Experten erwarten aber einen weiteren Anstieg um bis zu fünf Prozent. Allerdings sollten Anleger eine Immobilie niemals unter Zeitdruck und ohne reifliche Überlegung kaufen, unabhängig davon, ob sie die Immobilie selbst nutzen oder vermieten möchten.

Gerade jetzt werben viele Makler und Besitzer noch mit vermeintlichen Renditeobjekten als Schnäppchen, aber eine Immobilie muss immer langfristig bezahlbar bleiben und benötigt daher einen entsprechend soliden und durchdachten Finanzierungsplan.

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