Die Bedeutung von Geld

Die Bedeutung von Geld

Wir gehen arbeiten, um Geld zu verdienen. Dieses Geld verwenden wir dann, um Rechnungen zu bezahlen, Einkäufe zu tätigen und uns gelegentlich etwas Besonderes zu gönnen. Manche sparen Geld, das sie aktuell nicht brauchen, um Rücklagen für schlechtere Zeiten zu bilden.

Andere investieren ihr Geld in Anlageprodukte und erhoffen sich eine ordentliche Rendite. Steht eine größere Anschaffung an und reichen die eigenen Mittel nicht aus, wird ein Kredit in Anspruch genommen, das notwendige Geld also ausgeliehen.

Im Alltag ist Geld ein Thema, das uns ständig begleitet und beschäftigt. Geld zu haben, macht vielleicht nicht glücklich, aber es beruhigt ungemein. Andererseits verdirbt zuviel Geld den Charakter. So jedenfalls sagt es der Volksmund. Er weiß aber auch: Geld regiert die Welt – oder wie es im Englischen heißt “money makes the world go round”.

Der Einfluss des Geldes

Dass ohne Geld so gut wie nichts geht, wissen vor allem diejenigen, die nur sehr wenig oder gar kein Geld haben. Hochrechnungen zufolge müssen die Armen dieser Welt mit durchschnittlich zwei US-Dollar pro Tag auskommen. Dieses Geld reicht oft gerade so für eine einfache Mahlzeit und vielleicht noch etwas sauberes Wasser.

Bildung, Arztbesuche und Medikamente oder gar eine hübsch eingerichtete Wohnung mit Strom hingegen sind unerreichbarer Luxus. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die ein riesiges Vermögen besitzen und mitunter reicher sind als so mancher Staat. Ihr Geld gibt ihnen die Möglichkeit, viel Gutes zu bewirken, beispielsweise indem sie Arbeitsplätze schaffen, in den Ausbau der Infrastruktur investieren oder Bildungsprojekte anstoßen.

Gleichzeitig können sie die Politik, die Wirtschaft und viele andere Bereiche durch gezielte Spenden beeinflussen. Geld eröffnet aber nicht nur denjenigen große Einflussmöglichkeiten, die es besitzen. Auch diejenigen, die Geld schöpfen und verteilen, verfügen über viel Macht.

Dies wiederum sind in erster Linie die Banken. Rund 80 Prozent des Geldes, das neu in Umlauf kommt, wird von den Banken geschaffen. Unter anderem deshalb haben sich die Staaten während der Finanzkrise dazu entschlossen, marode Banken zu retten.

Die Bedeutung von Geld

Erstaunlicherweise bildet ein fast schon emotionaler Wert die Grundlage für das Geldsystem, die Macht und die Bedeutung von Geld. Bei diesem Wert handelt es sich um das Vertrauen der Menschen in das Geld. Die Menschen vertrauen darauf und akzeptieren es, dass Geld die Gegenleistung für Waren und Dienstleistungen ist.

Deshalb und nur deshalb hat das Geld in Form von Geldscheinen, Geldmünzen und den Zahlen auf dem Kontoauszug einen Wert. Sobald die Menschen ihr Vertrauen verlieren und entziehen, geht die Bedeutung von Geld verloren. Dies ist in der Vergangenheit auch mehrfach so geschehen. Nachdem das Kaiserreich und die Nachkriegsregierungen die Geldmenge deutlich erhöht hatten, weil sie den Krieg und danach die Schulden finanzieren mussten, kam es beispielsweise in der Weimarer Republik zu einer Hyperinflation.

Diese massive Geldentwertung hatte einerseits zur Folge, dass viele Menschen verarmten. Andererseits entwickelten sich Schwarzmärkte. Hier wurden die Waren nicht mit Geld bezahlt, sondern als Währung dienten andere Waren.

Die Menge des Geldes

Die Angst vor einer Inflation ist eigentlich immer vorhanden, auch wenn sie mal stärker und mal weniger stark ausgeprägt ist. Die Theorie besagt, dass die Geldmenge mit der Realwirtschaft verknüpft und genauso viel wert sein sollte wie die Waren und Dienstleistungen. Tatsächlich ist die Geldmenge aber wesentlich höher als der Güterwert. Trotzdem kam es zu keiner Inflation. Ein Grund hierfür ist, dass Unternehmen und Privatpersonen große Geldmengen einbehalten. Sie geben ihr Geld also nicht aus, sondern sparen es.

Dadurch könnte es aber zu einer Deflation kommen, denn die Menge an Waren und Dienstleistungen ist größer als die Geldmenge, die dafür zur Verfügung steht. Eine Folge davon ist, dass die Preise für viele Güter sinken. Aus Verbrauchersicht ist dies zwar zunächst eine erfreuliche Entwicklung. Weil die Wirtschaft an ihren Produkten aber gleichzeitig weniger verdient, muss sie langfristig entweder die Produktionsmenge senken oder Kosten einsparen, beispielsweise indem sie Arbeitsplätze abbaut. Eine wichtige Frage im Zusammenhang mit Geld ist deshalb, wie und wodurch erreicht werden kann, dass zurückgelegtes Geld wieder in Umlauf gebracht wird.

Ein Ansatz sieht vor, dass Besitzer und Verwalter von Vermögen zu Investitionen in öffentliche Infrastrukturprojekte animiert werden sollen. Dies würde aber voraussetzen, dass die Anleger im Gegenzug mit einer vernünftigen Rendite rechnen können. Bislang gibt es noch keine Lösung, woraus diese Rendite generiert werden soll. Ein anderer Ansatz setzt auf die sehr umstrittene Vermögensabgabe.

Die Reform des Geldes

Um die Verteilung des Geldes mit der damit verbundenen Macht etwas auszugleichen und gleichzeitig den Wert des Geldes zu stabilisieren, gibt es viele Ideen für eine grundlegende Reform. Ein Ansatz hierbei ist das sogenannte Vollgeldkonzept. Dieses Konzept sieht vor, dass neues Geld nicht mehr von den Banken, sondern ausschließlich vom Staat geschöpft wird. Dazu soll die klassische Gewaltenteilung mit der Monetativen, der geldgebenden Gewalt, um eine zusätzliche staatliche Gewalt erweitert werden.

Spätestens seit einer Computersimulation des Internationalen Währungsforums, die verdeutlichte, dass die Finanzkrise in einem Vollgeldsystem keine derart gravierenden Auswirkungen gehabt hätte, wird das Vollgeldkonzept auch in Expertenkreisen ernsthaft diskutiert. Ein anderer Ansatz besteht darin, das Geldsystem vielfältiger auszurichten, indem zu den offiziellen Landeswährungen Regionalwährungen dazukommen.

So hat die EU beispielsweise die Einführung einer Regionalwährung auf Sardinien gefördert und auch für Griechenland wird über eine Regionalwährung diskutiert. In Deutschland gibt es teils schon seit vielen Jahren diverse Regionalwährungen, darunter den Chiemgauer, den Roland, den Donau-Taler oder den Regio.

Eine weitere Idee für eine Geldreform ist der Negativzins. Der Negativzins bewirkt, dass das Geld nur eine gewisse Zeit lang seinen vollen Wert hat und der Wert danach kontinuierlich sinkt. Da es somit keinen Sinn macht, dieses Geld zurückzulegen, würde Geld, das mit einem Negativzins belegt ist, im Umlauf bleiben. Fast alle Regionalwährungen arbeiten mit dem Konzept des Negativzinses und auch die Europäische Zentralbank ist dieser Idee inzwischen nicht mehr gänzlich abgeneigt.

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