Sparbuch kündigen – Infos und Tipps

Sparbuch kündigen – Infos und Tipps

Manches Sparbuch wurde gleich zur Geburt des Kindes von den Eltern oder Großeltern eröffnet. In den Folgejahren wurde dann regelmäßig Geld eingezahlt, damit der Nachwuchs zur Volljährigkeit etwas Startkapital für den Führerschein, die erste eigene Wohnung und ähnliche Dinge hat. Andere Sparbücher wurden irgendwann eingerichtet, um Geld, das übrig ist, auf die hohe Kante zu legen.

Sparbuch kündigen - Infos und Tipps

Jedenfalls ist das gute alte Sparbuch ein Klassiker unter den Geldanlagen und noch immer sehr beliebt. Rund ein Viertel der Deutschen hat ein Sparbuch. Angesichts der sehr niedrigen Guthabenzinsen stellt sich aber die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre, das alte Sparbuch aufzulösen und das Geld anders anzulegen.

Vielleicht möchte sich der Sparer aber auch einen größeren Betrag oder das komplette Guthaben auszahlen lassen, um damit eine Anschaffung zu finanzieren. Genauso ist denkbar, dass ihm beim Aufräumen ein altes Sparbuch in die Hände gefallen ist.

Nur: Wie kommt der Sparer an das Geld? Was muss er beachten, wenn er sein Sparbuch auflösen will? In diesem Ratgeber haben wir Infos und Tipps rund um die Kündigung des Sparbauchs zusammengestellt!:

Was spricht für und was gegen das Sparbuch?

Viele werden sich noch daran erinnern, als sie jedes Jahr am 30. Oktober ihre Ersparnisse zur Bank gebracht haben. Der 30. Oktober war nämlich der Weltspartag und wer Geld einzahlte, bekam ein kleines Geschenk.

Inzwischen gibt es für Sparbücher aber so gut wie keine Zinsen mehr. Es ist deshalb nicht ganz abwegig, über eine Auflösung des alten Sparbuchs nachzudenken. Denn andere Anlageprodukte werfen wenigstens etwas höhere Zinsen ab.

Ein anderer Nachteil ist, dass der Sparer nicht einfach so über größere Geldbeträge verfügen kann. Vielmehr ist die Summe, die er abheben kann, meist auf 2.000 Euro pro Monat begrenzt. Möchte er sich mehr Geld auszahlen lassen, muss er das Sparbuch kündigen und die Kündigungsfrist abwarten.

Sonst stellt die Bank sogenannte Vorschusszinsen in Rechnung. Was es damit auf sich hat, erklären wir später noch.

Andererseits sprechen einige Punkte klar für das Sparbuch. So ist das Sparbuch ein sicheres Anlageprodukt. Verluste, wie sie beispielsweise bei Aktien und Fonds durch Kursschwankungen möglich sind, gibt es beim Sparbuch nicht. Außerdem schützt die Einlagensicherung das Geld.

Hinzu kommt, dass das Sparbuch eine sehr simple Geldanlage ist. Um zu verstehen, wie ein Sparbuch funktioniert, muss sich der Sparer weder durch seitenlange Informationsblätter lesen noch sich spezielles Fachwissen aneignen.

Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Flexibilität. Der Sparer bestimmt nämlich selbst darüber, ob, wann und wie viel Geld er einzahlt. Anders als bei einem Sparplan oder einer Lebensversicherung muss er keine Monatsbeiträge leisten.

Wie kann der Sparer sein Sparbuch kündigen?

Um das Sparbuch aufzulösen und sich das Guthaben auszahlen zu lassen, muss der Sparer in aller Regel schriftlich kündigen. Und meist bedarf die Kündigung der Schriftform. Schriftform heißt, dass die Kündigung eigenhändig unterschrieben sein muss.

Deshalb ist es nicht möglich, das Sparbuch per E-Mail, Online-Kontaktformular oder am Telefon zu kündigen. Durch die fehlende Original-Unterschrift wäre die Schriftform hier nämlich nicht erfüllt.

Viele Banken haben eigene Formulare für die Kündigung. So einen Vordruck kann sich der Sparer teils auf der Webseite seiner Bank herunterladen oder sich ansonsten in der Filiale geben lassen.

Das ausgefüllte Formular kann er anschließend per Post an die Bank schicken oder persönlich dort abgeben. Nach Ablauf der Kündigungsfrist wird das Guthaben vom Sparbuch aufs Girokonto des Sparers überwiesen. Einige Banken zahlen das Geld auf Wunsch aber auch bar aus.

Ein klassisches Sparbuch ist ein echtes, kleines Buch und alle Einzahlungen, Zinsgutschriften und Auszahlungen werden darin eingetragen. Neuere Sparbücher ähneln eher dem Girokonto. Der Sparer bekommt eine Karte, vergleichbar mit der Girocard, und kann die Bewegungen auf Kontoauszügen nachvollziehen.

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Deshalb werden die neueren Sparbücher auch als Sparkonten bezeichnet. Hat der Sparer noch ein echtes Sparbuch, muss er zwar schriftlich kündigen. Zusätzlich dazu muss er aber meist persönlich in die Filiale kommen, um das Sparbuch endgültig aufzulösen. Denn vor Ort wird dann eingetragen, dass das Heft ungültig ist.

Was muss in der Kündigung stehen?

Stellt die Bank oder Sparkasse einen Kündigungs-Vordruck zur Verfügung, sollte der Sparer darauf zurückgreifen. Ansonsten kann er ein eigenes Schreiben aufsetzen. Dabei genügt ein kurzer, formloser Brief.

Um eine eindeutige Zuordnung sicherzustellen, sollte er folgende Angaben enthalten:

  • Kontaktdaten des Sparers

  • Name und Anschrift der Bank, die das Sparbuch führt

  • Datum

  • genaue Bezeichnung und Nummer des Sparbuchs

  • Erklärung, dass das Sparbuch aufgelöst werden soll; der Sparer kann ein konkretes Kündigungsdatum nennen oder einfach zum nächstmöglichen Termin kündigen

  • Bankverbindung, auf die das Guthaben übertragen werden soll

  • eigenhändige Unterschrift

Und wie die Kündigung konkret aussehen kann, zeigt der folgende Musterbrief:

Sparer
Anschrift

Zuständige Bank(filiale)
Anschrift

Datum

Auflösung von Sparbuch (Bezeichnung) Nr. ____________________

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich das oben genannte Sparbuch fristgerecht zum nächstmöglichen Termin.

Das Guthaben buchen Sie bitte auf mein Girokonto bei der (Name der Bank), IBAN ____________________ um.

Bitte bestätigen Sie meine Kündigung und teilen mir darin den Termin mit, zu dem das Sparbuch aufgelöst wird. Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Unterschrift

Welche Kündigungsfrist muss der Sparer einhalten?

Möchte der Sparer sein Sparbuch kündigen, gilt eine Frist. Ihre Länge ist in den vertraglichen Vereinbarungen festgelegt. In aller Regel beträgt die Kündigungsfrist aber drei Monate.

Die Kündigung ist jederzeit möglich. Durch die Kündigungsfrist läuft das Sparbuch dann aber noch drei Monate lang weiter. Das Guthaben zahlt die Bank dem Sparer ebenfalls erst nach Ablauf der dreimonatigen Kündigungsfrist aus, sofern es höher ist als 2.000 Euro.

Der Sparer kann sein Sparbuch zwar auch vorzeitig auflösen. Lässt er sich das Guthaben vor Ablauf der Frist auszahlen, muss er aber Vorschusszinsen bezahlen.

Was sind Vorschusszinsen?

Bei den meisten Sparbüchern ist es so, dass der Sparer monatlich nur über 2.000 Euro seines Guthabens verfügen kann. Möchte er eine größere Summe abheben, muss er das Sparbuch kündigen. Die 2.000 Euro pro Monat kann er sich allerdings auch während der Kündigungsfrist auszahlen lassen.

Will der Sparer die dreimonatige Frist nicht abwarten, kann er die Bank beauftragen, das Sparbuch vorzeitig aufzulösen. Dafür zieht die Bank dann die sogenannten Vorschusszinsen ab.

Der Vorschusszins ist eine Gebühr über 25 Prozent der Zinsen, die der Sparer bei einer fristgerechten Beendigung des Vertrags für das Guthaben auf dem Sparbuch bekommen hätte. Die Höhe der Vorschusszinsen ist gesetzlich festgelegt.

Die sehr niedrige Verzinsung von Sparbüchern führt dazu, dass auch die Vorschusszinsen entsprechend gering sind. Anders als noch vor ein paar Jahren kostet es den Sparer deshalb aktuell nicht besonders viel, wenn er sein Sparbuch vorzeitig auflöst.

Braucht er das Geld nicht sofort, kann er die drei Monate aber genauso auch abwarten. Dann bekommt er sein Guthaben ohne Abzüge ausgezahlt.

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Matthias Kumpertz, 38 Jahre, Finanzberater und Marlene Heuer, 46 Jahre Finanzberaterin, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur der Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zu Finanzen, Kapital, Finanzierungen und Banken. Anleitungen, Investments und Finanzpläne für Verbraucher und Investoren.

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