Infos und Tipps rund ums Tagesgeld, 2. Teil

Infos und Tipps rund ums Tagesgeld, 2. Teil

Lange Zeit war das Sparbuch eine optimale Möglichkeit, um etwas Geld zur Seite zu legen. Denn das Sparguthaben war sicher angelegt, wurde ordentlich verzinst und war bei Bedarf zeitnah verfügbar. Lange Kündigungsfristen, wenn der Sparer einen höheren Geldbetrag abheben möchte, und vor allem extrem niedrige Zinsen lassen den altbewährten Klassiker aber zunehmend unattraktiv werden.

Anzeige

Infos und Tipps rund ums Tagesgeld, 2. Teil

An seine Stelle tritt immer öfter ein Tagesgeldkonto.

Ein Tagesgeldkonto bietet ähnliche Vorteile wie ein Sparbuch: Der Sparer kann flexibel Geld auf die hohe Kante legen. Das Geld ist sicher und zudem jederzeit verfügbar. Auch die Verzinsung ist besser als beim Sparbuch, wenngleich die Zinssätze für Tagesgeld ebenfalls teils deutlich gesunken sind.

Anzeige

Nun stellen sich zum Tagesgeldkonto aber verschiedene Fragen. In einem zweiteiligen Beitrag haben wir deshalb allerlei Infos und Tipps rund ums Tagesgeld zusammengetragen.

Dabei ging es im 1. Teil darum, für wen sich ein Tagesgeldkonto als Anlagemöglichkeit eignet, was für ein Tagesgeldkonto spricht, wie sicher das Geld darauf angelegt ist und wie ein Tagesgeldkonto funktioniert.

Hier ist der 2. Teil!:

Worauf gilt es bei der Verzinsung vom Tagesgeld zu achten?

Gerade wenn es um die Verzinsung des Sparguthabens geht, ist es sehr wichtig, das Kleingedruckte genau zu lesen. Und dafür gibt es gleich mehrere Gründe.

Tagesgeld verspricht viel Flexibilität. So entscheidet der Sparer selbst, wann er welche Beträge auf das Tagesgeldkonto einzahlt. Und er kann täglich über sein Guthaben verfügen. Allerdings bleibt auch die Bank flexibel.

Denn sie kann die Zinssätze täglich ändern. Deshalb kann es durchaus passieren, dass ein zunächst gut verzinstes Tagesgeldkonto plötzlich nur noch im Mittelfeld liegt.

Bei einigen Angeboten gibt es eine sogenannte Zinsgarantie. Durch diese Garantie verpflichtet sich die jeweilige Bank dazu, das Guthaben ein paar Monate lang mit einem höheren Aktionszins zu verzinsen. Oft ist dieser Zeitraum aber recht kurz und zudem an bestimmte Höchstbeträge geknüpft.

Für Guthaben oberhalb der Höchstgrenze gilt der Aktionszins dann nicht. Und nach Ablauf der Zinsgarantie bezahlt die Bank nur noch die niedrigeren Zinssätze, die Bestandskunden bekommen. Möchte sich der Sparer stets die bestmögliche Verzinsung sichern, müsste er also regelmäßig den Anbieter wechseln.

Apropos Bestandskunden:

Die guten Angebote, mit denen Banken werben, sind oft nur für Neukunden gedacht. Ist der Sparer aber schon Kunde der Bank, zum Beispiel weil er dort sein Girokonto hat, ist er kein Neukunde mehr.

Auch dann nicht, wenn er erstmals ein Tagesgeldkonto eröffnet. Der Sparer sollte also genau nachschauen, welche Konditionen für Neukunden und welche für Bestandskunden gelten.

Einen genauen Blick auf die Konditionen zu werfen, ist aber auch deshalb wichtig, weil die Zinssätze bei Tagesgeld oft nach Sparguthaben gestaffelt sind.

So kann es zum Beispiel sein, dass nur bis zu einem bestimmten Betrag höhere Zinsen bezahlt werden. Guthaben über dieser Grenze wird niedriger verzinst. Oder es ist andersherum. So gibt es die höheren Zinssätze erst ab einer gewissen Summe.

Wie werden die Zinsen vom Tagesgeld besteuert?

Auf die Zinsen, die der Anleger mit seinem Tagesgeld erwirtschaftet, muss er grundsätzlich die Abgeltungssteuer bezahlen. Sie beläuft sich auf 25 Prozent. Dazu kommen der Solidaritätszuschlag und eventuell Kirchensteuer.

Allerdings gibt es einen Sparer-Pauschbetrag. Er beläuft sich pro Jahr auf 801 Euro bei Alleinstehenden und 1.602 Euro bei Eheleuten. Bleiben die Zinseinnahmen (zusammen mit den sonstigen Kapitaleinkünften) unter dem Pauschbetrag, kann der Sparer einen Freistellungsauftrag bei seiner Bank stellen.

Dann werden die Steuern nicht abgezogen. Gleiches gilt, wenn der Sparer zum Beispiel Student oder Rentner ist und eine Nichtveranlagungsbescheinigung vorlegen kann. Auch in diesem Fall zahlt die Bank die Zinsen ohne Abzug aus.

Führt der Sparer sein Tagesgeldkonto bei einer ausländischen Bank, die keine Tochtergesellschaft in Deutschland betreibt, werden die Zinsen oft so oder so komplett ausgezahlt. Der Sparer muss sich dann selbst darum kümmern, die Erträge oberhalb der Freibeträge an den Fiskus abzuführen.

Wie wird ein Tagesgeldkonto eröffnet?

Im Internet finden sich verschiedene Vergleichsrechner, mit denen der Sparer ermitteln kann, wer die besten Angebote für ein Tagesgeldkonto bietet. Und der Sparer ist gut beraten, wenn er sich die Zeit nimmt und die verschiedenen Angebote tatsächlich vergleicht.

Hat er einen passenden Anbieter gefunden, läuft die Eröffnung des Tagesgeldkontos im Prinzip genauso ab wie die Eröffnung eines Girokontos. Bei einer Filialbank füllt der Sparer das Antragsformular aus und legt seinen Ausweis vor. Anschließend eröffnet die Bank das Tagesgeldkonto.

Entscheidet sich der Sparer für eine Direktbank, steht das Antragsformular online zur Verfügung oder wird per E-Mail zugeschickt. Hat der Sparer das Formular ausgefüllt, druckt er es aus und unterschreibt.

Auch eine Direktbank muss die Identität überprüfen. Oft erfolgt das durch das sogenannte Postident-Verfahren. Dafür geht der Sparer zu einer Postfiliale und legt dort seinen Personalausweis oder Reisepass vor. Der Postmitarbeiter überprüft die Angaben und leitet die Bestätigung mitsamt den Kontounterlagen an die Bank weiter. Für den Sparer ist das Ganze kostenlos.

Einige Banken bieten als Alternative dazu noch das Video-Ident-Verfahren an. Dabei legitimiert sich der Sparer per Video.

Liegen alle Unterlagen vor, richtet die Bank das Tagesgeldkonto ein. Daraufhin kann der Sparer den gewünschten Betrag auf sein Tagesgeldkonto einzahlen.

Möchte er später Geld abrufen, veranlasst er eine Überweisung. Diese erfolgt auf das Referenzkonto, das der Sparer in seinem Antrag angegeben hat. In aller Regel wird das sein Girokonto sein.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

Thema: Infos und Tipps rund ums Tagesgeld, 2. Teil

Anzeige

Twitter

Redaktion

Inhaber bei Artdefects Media Verlag
Matthias Kumpertz, 38 Jahre, Finanzberater und Marlene Heuer, 46 Jahre Finanzberaterin, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur der Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zu Finanzen, Kapital, Finanzierungen und Banken. Anleitungen, Investments und Finanzpläne für Verbraucher und Investoren.
Redaktion
Twitter

Veröffentlicht von

Redaktion

Matthias Kumpertz, 38 Jahre, Finanzberater und Marlene Heuer, 46 Jahre Finanzberaterin, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur der Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zu Finanzen, Kapital, Finanzierungen und Banken. Anleitungen, Investments und Finanzpläne für Verbraucher und Investoren.

Kommentar verfassen