Geld einzahlen bei Direktbanken – wie geht das?

Geld einzahlen bei Direktbanken – wie geht das?

Ob ein größeres Geldgeschenk, der Erlös vom privaten Hausflohmarkt, versehentlich zu viel abgehobenes Geld oder eine Bargeldeinzahlung, damit das Konto für eine bald anstehende Lastschrift gedeckt ist: Es kommt immer mal wieder vor, dass Bargeld aufs Girokonto eingezahlt wird.

Geld einzahlen bei Direktbanken - wie geht das

Wird das Konto bei einer Filialbank geführt, ist so eine Einzahlung auch überhaupt kein Problem. Denn der Bankkunde muss dann nur in die Bankfiliale gehen und kann sein Geld dort entweder am Schalter oder über ein Bankterminal einzahlen.

Doch wie funktioniert das Ganze bei Direktbanken, die keine Filialen haben?

Dieser Frage gehen wir im Folgenden nach!:

Geld einzahlen bei Direktbanken – geht das überhaupt?

Direktbanken verzichten in aller Regel auf ein eigenes Filialnetz. Stattdessen bieten sie ihre Produkte und auch die meisten Services über das Internet und telefonisch an. Das bringt den Vorteil mit sich, dass die Kosten niedriger sind. Bankkunden können deshalb zum Beispiel ein Girokonto oft zu deutlich preiswerteren Bedingungen nutzen als bei einer klassischen Filialbank.

Für die meisten Bankkunden ist es zudem kein großes Thema, dass sie keine Bankfiliale um die Ecke haben und auf eine persönliche Beratung und Betreuung verzichten müssen.

Denn ihre Bankgeschäfte erledigen sie größtenteils online und falls doch Fragen auftauchen, ist der Kundenservice einer Direktbank telefonisch oder per Chat erreichbar.

Die Versorgung mit Bargeld klappt ebenfalls ohne Probleme. Zum Online-Girokonto gibt es nämlich, wie beim klassischen Girokonto, eine Girocard. Damit kann der Kontoinhaber am Geldautomat Bargeld abheben.

Dabei gehören die Direktbanken zu einem bestimmten Automatenverbund. Hebt der Kontoinhaber Geld an einem Automat des jeweiligen Verbundes ab, entstehen keine Kosten. Nutzt er einen fremden Geldautomaten, wird eine Gebühr fällig.

Teilweise geben die Direktbanken zu ihren Konten aber auch Kreditkarten aus, mit denen ebenfalls Geld abgehoben werden kann. Und einige Direktbanken arbeiten außerdem mit großen Handelsketten und Tankstellen zusammen. So kann sich der Bankkunde beim Einkaufen oder Tanken an der Kasse auch gleich noch etwas Bargeld mitnehmen.

Etwas schwieriger sieht die Sache aber aus, wenn der Kontoinhaber Geld auf sein Online-Girokonto einzahlen will. Die gute Nachricht dabei ist: Selbstverständlich kann auch der Kunde einer Direktbank Einzahlungen vornehmen. Allerdings sind der Ablauf und die Kosten je nach Direktbank verschieden.

Einzahlungen bei Filialbank-Töchtern

Einige Direktbanken sind Töchter von klassischen Filialbanken. Das gilt zum Beispiel für die Comdirect Bank als Tochter der Commerzbank oder die Norisbank, die die Online-Tochter der Deutschen Bank ist.

Die 1822direkt wiederum ist mit der Frankfurter Sparkasse verbunden (Achtung: Nur Frankfurter Sparkasse, andere Sparkassen sind außen vor!).

Da diese Direktbanken an das Filialnetz ihres Mutterkonzerns angeschlossen sind, kann der Kontoinhaber sowohl die Filialen als auch die SB-Center der übergeordneten Bank mitbenutzen. Möchte er Bargeld auf sein Konto einzahlen, kann er das immer über einen Automat und oft auch am Schalter tun.

Gebühren werden für die Einzahlung nicht fällig. Allerdings kann es sein, dass die Anzahl der kostenfreien Einzahlungen pro Jahr begrenzt ist. Bei der Comdirect Bank beispielsweise kann der Kontoinhaber dreimal jährlich kostenlos Bargeld einzahlen.

Ab der vierten Einzahlung wird dann eine pauschale Gebühr erhoben, die derzeit (Stand 2020) bei 2,90 Euro liegt. Dabei nehmen die meisten Banken sowohl Scheine als auch Münzen entgegen.

Einzahlungen bei Direktbanken ohne Mutterkonzern

Nun gibt es aber auch Direktbanken, die eigenständig sind und deshalb nicht auf das Filial- und Automatennetz eines Mutterkonzerns zurückgreifen können. Hier wird es für den Bankkunden dann nicht nur etwas umständlicher, sondern vor allem auch oft teurer, Bargeldeinzahlungen vorzunehmen.

Anzeige

Die ING als größte deutsche Direktbank und die DKB betreiben zwar eigene Geldautomaten mit einer Einzahlfunktion. Allerdings ist deren Anzahl überschaubar. So sind es bei der ING deutschlandweit nur 32 Automaten und bei der DKB lediglich 18 Stück.

Wer als Kunde der ING keinen Automaten in seiner Nähe hat, kann aber noch auf die Reisebank zurückgreifen. Die Reisebank gehört zur DZ Bank und ist damit Teil des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken.

Ihr Kerngeschäft ist der Handel mit Reisezahlungsmitteln und Edelmetallen. Sie hat rund 90 Filialen, die sich überwiegend an Bahnhöfen und Flughäfen finden.

Der Bankkunde kann sein Bargeld auch bei einer Filiale der Reisebank einzahlen, die das Geld daraufhin aufs Konto weiter überweist. Dabei sind pro Einzahlung Beträge zwischen 1.000 und 25.000 Euro möglich. Die Gebühren für die Einzahlung übernimmt die ING.

Die Consorsbank und die Netbank arbeiten ebenfalls mit der Reisebank zusammen. Allerdings muss der Kontoinhaber die Gebühren selbst bezahlen. Als Kunde der Consorsbank wird dabei bei jeder Einzahlung pro angefangene 5.000 Euro eine Pauschale von 7,50 Euro fällig.

Hat der Kunde sein Konto bei der Netbank und nimmt eine Einzahlung bei der Reisebank vor, kostet ihn das ein Prozent des Einzahlbetrags, mindestens aber 6,50 Euro.

Die DKB wählt einen anderen Weg, um ihren Kunden eine möglichst flächendeckende Einzahlmöglichkeit bereitzustellen. Schon seit Juni 2016 nutzt sie einen Bezahldienst für Bargeldauszahlungen. Im August 2018 wurde der Service dann auch auf Einzahlungen ausgeweitet. So kann der Bankkunde nun in rund 12.000 Partnershops Geld einzahlen.

Dafür muss er über seine Banking App einen Barcode erzeugen, den er an der Kasse im Geschäft zeigt. Der Verkäufer oder die Kassiererin nimmt das Geld daraufhin entgegen, anschließend wird es aufs Konto weitergeleitet.

Pro Tag ist auf diese Weise eine Einzahlung zwischen 50 und 999,99 Euro möglich. Kostenlos ist das Ganze aber nicht. Vielmehr berechnet die DKB je Einzahlung 1,5 Prozent des eingezahlten Beitrags.

Fremdeinzahlungen als weitere Möglichkeit

Ist keine andere Einzahlmöglichkeit in der Nähe, bleibt dem Kontoinhaber nichts anderes übrig, als sein Glück bei einer Drittbank zu versuchen.

In der Filiale einer beliebigen Bank oder Sparkasse kann er sich erkundigen, ob eine sogenannte „Fremdeinzahlung mit Überweisung“ möglich ist. Einige Banken sprechen auch von einer „Bargeldeinzahlung zugunsten Dritter“.

Viele Banken erklären sich zu dieser Dienstleistung bereit. Allerdings lassen sie sich den Service mitunter gut bezahlen. So werden teilweise Pauschalen von 15 Euro und mehr fällig, andere Geldhäuser stellen neben einer Mindestgebühr einen gewissen Prozentssatz der Einzahlsumme in Rechnung.

Ein Tipp zum Schluss

Vielleicht gibt es im Familien- oder Freundeskreis jemanden, der problemlos Geld auf sein Konto einzahlen und kostenfrei Überweisungen tätigen kann.

Dann kann er vielleicht aushelfen. Die Gebühren, die der Kunde der Direktbank auf diese Weise spart, kann er als Ausgleich ja in ein kleines Dankeschön investieren.

Und noch etwas: So mancher Direktbank-Kunde kommt die auf Idee, sein Bargeld per Post an die Bank zu schicken. Schließlich ist am Hauptsitz der Bank ein direkter Kundenkontakt immer möglich.

Doch dieser Plan geht nicht auf. Denn per Post zugeschicktes Geld kann die Direktbank nicht verarbeiten. Folglich schickt sie es dem Kunden umgehend zurück.

Mehr Finanztipps, Ratgeber und Anleitungen:

Thema: Geld einzahlen bei Direktbanken – wie geht das?

Redaktion
Twitter

Veröffentlicht von

Redaktion

Matthias Kumpertz, 38 Jahre, Finanzberater und Marlene Heuer, 46 Jahre Finanzberaterin, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur der Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zu Finanzen, Kapital, Finanzierungen und Banken. Anleitungen, Investments und Finanzpläne für Verbraucher und Investoren.

Kommentar verfassen