Welche Länder nutzen bereits digitale Währungen? Teil 3

Welche Länder nutzen bereits digitale Währungen? Teil 3

Digitale Zentralbankwährungen, oder kurz CBDC für Central Bank Digital Currency, haben in den vergangenen Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Der Boom der Kryptowährungen hat Zentralbanken auf der ganzen Welt dazu veranlasst, mit digitalen Versionen ihrer Landeswährungen etwas entgegenzusetzen. Allerdings ist die Umsetzung des Vorhabens ziemlich komplex. Aus diesem Grund gehen auch die Entwicklungsstadien der virtuellen Währungen weit auseinander.

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Welche Länder nutzen bereits digitale Währungen Teil 3

Trotzdem gibt es Länder, die bereits digitale Währungen nutzen. Welche Staaten das sind, erklären wir in einer mehrteiligen Übersicht:

Dabei ging es in den beiden ersten Teilen um CBDC, die für Bürger und Unternehmen zur Verfügung stehen sollen. Diese Zentralbankwährungen sollen wie klassische Zahlungsmittel, nur eben in digitaler Form eingesetzt werden können. Jetzt schauen wir uns noch einen anderen Ansatz an. Nämlich Zentralbankwährungen, die sich auf die Verwendung durch Finanzinstitute beschränken.

Das Projekt Inthanon-LionRock in Hongkong und Thailand

Im Jahr 2017 hat die Hongkonger Währungsbehörde HKMA das Projekt LionRock auf den Weg gebracht. Die Forschungsergebnisse zeigten auf, wie groß das Potenzial einer digitalen Zentralbankwährung im Großkundenbereich und im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr ist.

Um Letzteres zu testen, starteten die HKMA und die Bank of Thailand 2019 das Projekt Inthanon-LionRock. Zwischenzeitlich wurde der Projektname in Multiple Central Bank Currency Bridge abgeändert.

2021 begann die zweite Phase des Pilotprojekts. Dieser Abschnitt hat das Ziel, einen Prototyp für eine Software zur grenzüberschreitenden Abwicklung mit digitalen Zentralbankwährungen zu entwickeln und unterschiedliche Anwendungsfälle auszuloten.

Außerdem möchte die gemeinsame Studie Anwendungsfälle untersuchen, die nicht nur bilateral erfolgen, sondern mehrere Gerichtsbarkeiten und unterschiedliche Währungen einschließen. In diesem Zusammenhang wurde bekannt, dass sich die Vereinigten Arabischen Emirate und das chinesische Festland am Projekt beteiligen werden.

Das Projekt Ubin in Singapur

Mitte Juli 2020 endete die fünfte und letzte Phase von Ubin, einem Sondierungsprojekt für eine digitale Zentralbankwährung. Die Monetary Authority of Singapore hatte verschiedene Tests von Zahlungslösungen durchgeführt, die auf Blockchains basieren und unterschiedliche Währungen unterstützen.

In der Abschlussphase ging es konkret darum, Schnittstellen für die Verknüpfung mit anderen Blockchain-Netzwerken zu entwickeln, die verschiedene Anwendungsfälle ermöglichen.

Singapur möchte die Zusammenarbeit mit anderen Zentralbanken weiter ausbauen und in diesem Zuge auch mit der People’s Bank of China kooperieren. Mehrere Finanzinstitute brachten im Anschluss an Ubin ein Blockchain basiertes Abwicklungs- und Clearing-Netzwerk auf den Weg, das den Zahlungsverkehr von Großkunden effizienter machen soll. Singapur plant, dieses Netzwerk als Basis für eine Expansion in weitere Länder zu nutzen.

Das Projekt Khokha in Südafrika

Mitte 2017 startete das Projekt Khokha, an dem sieben Teilnehmer aus dem Bankensektor, ein technischer Dienstleister und eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beteiligt waren. In der ersten Phase testete das Projekt ein DLT-basiertes Wholesale-Zahlungssystem.

Dabei stellte sich heraus, dass das Tagesvolumen, das das Zahlungsverkehrssystem in Südafrika üblicherweise erreicht, in unter zwei Stunden abgewickelt werden konnte.

Im Februar 2021 ging das Projekt in die zweite Phase. In dieser Phase wird Geld tokenisiert und als Schuldverschreibungen über DLT als minimal funktionsfähiges Produkt (MVP) ausgegeben, verrechnet und abgewickelt.

Branchenteilnehmer können die Schuldverschreibungen entweder mit einer digitalen Währung, die die Zentralbank ausgibt, oder mit einem digitalen Abwicklungs-Token für Großkunden kaufen. Das Ziel ist, Erkenntnisse über regulatorische und politische Aspekte zu gewinnen.

Das Projekt Aber in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien

Für das Projekt Aber haben sich die Zentralbanken der Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabiens zusammengetan. Der Startschuss fiel 2019 und Ziel ist, herauszufinden, ob eine dual aufgelegte Digitalwährung praktikabel ist. Diese Währung soll im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr zwischen den Geschäftsbanken der beiden Länder eingesetzt werden.

Das Projekt entwarf, entwickelte und testete den kompletten Lebenszyklus einer DLT-basierten Digitalwährung. Auf diese Weise sollten Aspekte wie Dezentralisierung, Skalierbarkeit, Sicherheit, Datenschutz, Verfügbarkeit oder langfristige Wirtschaftlichkeit in die Anforderungen an die Technologien einfließen. Am Ende wurde Hyperledger Fabric ausgewählt und ein Protokoll eigens für das Projekt Aber erarbeitet.

Im nächsten Schritt konzentrierten sich die Entwickler auf drei Anwendungsfälle, nämlich

  • den grenzüberschreitenden Zahlungsausgleich zwischen den Zentralbanken der beiden Länder,

  • den inländischen Zahlungsausgleich zwischen je drei Geschäftsbanken pro Land und

  • grenzüberschreitende Transaktionen mit der digitalen Währung zwischen den Geschäftsbanken.

Das Projekt bestätigte, dass eine grenzüberschreitende, doppelt ausgegebene Währung technisch realisiert werden kann. Deshalb werden jetzt weitere Möglichkeiten untersucht. So soll unter anderem das Verhältnis zwischen der Zentralbank und den Geschäftsbanken geprüft und eine digitale Zentralbankwährung für den Einzelhandel ausprobiert werden.

Parallel zum Projekt Aber hat die Zentralbank der Vereinigten Arabischen Emirate mehrere weitere Projekte ins Leben gerufen, die die Nutzung der DLT-Technologie erproben. So gibt es beispielsweise eine Zusammenarbeit mit Emcredit, einer Tochtergesellschaft des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung.

Bei der Zusammenarbeit geht es darum, eine stabile Digitalwährung namens EmCash einzuführen, die an den Dirham gekoppelt ist. Die Bewohner von Dubai können schon seit 2018 mit EmCash bezahlen. Die Entwicklungen sind zwar noch nicht abgeschlossen. Aber es ist gut möglich, dass EmCah in eine zentrale Digitalbankwährung umgewandelt wird.

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Matthias Kumpertz, - Finanzberater und Marlene Heuer,- Finanzberaterin, sowie Christian Gülcan, Unternehmer, Kryptoinvestor, VC Investor, Gründer, Kreditnehmer, Betreiber und Redakteur der Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zu Finanzen, Kapital, Finanzierungen und Banken. Anleitungen, Investments und Finanzpläne für Verbraucher und Investoren. Die Inhalte des Informationsangebots, stellen keine Finanzberatung oder Anlageberatung dar - somit ersetzen die Inhalte auch keine persönliche Beratung mit einen Finanzberater oder Steuerberater.

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