5 Fragen zu Kryptowährungen, Teil 1

5 Fragen zu Kryptowährungen, Teil 1

Die einen sehen in Kryptowährungen das Zahlungsmittel der Zukunft, die anderen werten Kryptowährungen als interessante Form der Vermögensanlage. Und wieder andere verstehen bei den vielen verschiedenen Begrifflichkeiten nur Bahnhof. So oder so sind Kryptowährungen aber eines der großen Themen, über die an allen Ecken und Enden gesprochen wird. Natürlich ist es kaum möglich, das ganze System in wenigen Worten zu erklären.

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5 Fragen zu Kryptowährungen, Teil 1

Aber um allen Einsteigern zumindest einen ersten Überblick zu geben, beantworten wir in einem zweiteiligen Beitrag fünf Fragen zu Kryptowährungen:

  1. Was sind Kryptowährungen?

Vereinfacht erklärt, sind Kryptowährungen eine Art von digitalen oder virtuellen Währungen. Sie können wie klassische Währungen gehandelt und getauscht werden. Weil es sich aber um rein virtuelle Werte handelt, gibt es Kryptowährungen nicht zum Anfassen in Form von Scheinen und Münzen.

Inzwischen gibt es eine Vielzahl von unterschiedlichen Kryptowährungen. Sie haben alle ihre eigenen Merkmale und Funktionsweisen. Doch die Grundidee ist immer dieselbe. So wurden Kryptowährungen ins Leben gerufen, um sich von zentralen Bankensystemen unabhängig zu machen.

Denn der Vorwurf ist, dass zentrale Bankensysteme wenig transparent sind und von einzelnen Banken oder Unternehmen kontrolliert werden.

Kryptowährungen gehen genau den gegenteiligen Weg. Sie sind dezentral aufgebaut und unterliegen nicht der Kontrolle nur einer einzigen Instanz. Dezentral bedeutet hier, dass die Währungen auf Netzwerken basieren.

In den Netzwerken werden alle Informationen untereinander ausgetauscht und sämtliche Transaktionen gespeichert und veröffentlicht. Das führt dazu, dass anstelle eines Finanzinstituts die gesamte Gemeinschaft aus allen Nutzern der jeweiligen Währung die Kontrolle übernimmt.

Wie es der Name schon andeutet, greifen Kryptowährungen auf die Kryptografie zurück. Die Kryptografie ist die Lehre von der Verschlüsselung. Heutzutage wird sie in erster Linie verwendet, um Informationen zu verschlüsseln. Ist das passende Werkzeug zum Entschlüsseln nicht vorhanden, kann die Information nicht gelesen werden.

Über mehrere Jahre hinweg wurden Kryptowährungen in den Bereich der Sciencefiction eingeordnet und als reine Theorie-Modelle diskutiert. Doch 2008 war es dann soweit. Ein Nutzer oder eine Nutzergruppe mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto entwickelte zunächst ein Konzept für das Projekt Bitcoin.

Ein Jahr später startete das Programm, durch das sich Nutzer an dem Projekt beteiligen konnten. Wer sich hinter dem Pseudonym verbirgt, ist  bis heute nicht bekannt.

Übrigens:

Eine Kryptowährung ist nicht ganz gleichbedeutend mit einer digitalen Währung. Ein wesentliches Merkmal von Kryptowährungen ist, dass sie dezentralisiert sind. Sie werden also nicht von einer zentralen Instanz wie einer Zentralbank oder einer Regierung in Umlauf gebracht und unterstützt.

Stattdessen laufen sie über ein Netzwerk aus Rechnern. Im Unterschied dazu verfügen digitale Währungen über alle Eigenschaften, die klassische Währungen auch haben.

Nur stehen sie nicht als reales Bargeld, sondern als virtuelle Werte zur Verfügung. Dabei können digitale Währungen auch von einer zentralen Stelle ausgegeben und in Verkehr gebracht werden.

  1. Wie funktionieren Kryptowährungen?

Kryptowährungen beruhen in aller Regel auf einem bestimmten Algorithmus, der zugleich die Grundlage der jeweiligen Währung bildet. Dabei kann der Algorithmus zum Beispiel vorsehen, dass nur eine begrenzte Stückzahl an Coins im Umlauf sein kann oder es andersherum möglich ist, durch das sogenannte Mining neue Münzen zu erschaffen.

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Welche Technologien zum Einsatz kommen, ist je nach Kryptowährung verschieden. Die große Gemeinsamkeit besteht nur darin, dass es ein dezentrales System gibt und Computer durch Rechenaufgaben für ein funktionsfähiges Zahlungssystem sorgen.

Momentan gibt es um die 2.000 Kryptowährungen. Doch nicht alle davon sind tatsächlich neu entwickelte Währungen mit eigenen Algorithmen. Stattdessen handelt es sich bei manchen Währungen um Abspaltungen, für die bestehende Kryptowährungen angepasst oder abgeändert wurden. Solche angepassten Abspaltungen werden Forks genannt.

Wichtig an dieser Stelle ist auch der Unterschied zwischen Coins und Tokens. Coins (auf Deutsch: Münzen) sich richtige Einheiten einer Kryptowährung mit einem eigenständigen System. Token hingegen greifen so ein System lediglich auf.

Die älteste und bekannteste Kryptowährung ist Bitcoin. Sie nutzt die Technologie namens Blockchain. Die Grundlage dafür ist eine Liste von Datensätzen, die konstant erweitert werden kann. Die Datensätze sind dabei die Blöcke, die nacheinander zu einer Kette (Chain) aufgereiht sind.

Andere Kryptowährungen setzen auf eine weiterentwickelte Version der Blockchain. Ein Beispiel dafür ist die deutsche Kryptowährung IOTA. Sie basiert auf der Tangle-Technologie. Anders als in der Blockchain, bei der die Blöcke chronologisch miteinander verbunden sind, lässt das Tangle ein großes Netz entstehen. Dadurch ist IOTA unendlich skalierbar.

Doch trotz der unterschiedlichen Ansätze geht es bei allen Kryptowährungen darum, ein dezentrales Zahlungssystem aufzubauen. Als Kontrollinstanz fungieren die Nutzer, die stetig überprüfen, ob die durchgeführten Transaktionen ihre Richtigkeit haben.

Damit ein Nutzer Kryptowährungen empfangen und verschicken kann, braucht er einen speziellen Geldbeutel. Er nennt sich Wallet und ist letztlich nur ein kryptografisch verschlüsselter Zahlencode. Ein Passwort schützt den Geldbeutel des Nutzers. Gleichzeitig bleibt jeder Geldbeutel anonym, denn Nutzerdaten werden nicht gespeichert.

Nun kann aber auch eine virtuelle Währung nur dann funktionieren, wenn sie einerseits angetrieben und andererseits vor Fälschungen geschützt ist. Bitcoin löst das durch ein Proof-of-Work-Verfahren,  also durch den Nachweis von geleisteter Arbeit.

Die Arbeit erledigen dabei die sogenannten Miner. Sie sorgen für Hardware, errechnen Zahlencodes, erstellen Datensätze und kontrollieren Transaktionen. Als Vergütung für diese Arbeit gibt es Einheiten der Währung.

Ein anderer Ansatz ist das Proof-of-Stake-Verfahren, das auf dem Nachweis von Anteilen basiert. Hier ist es so, dass ein Nutzer umso mehr Einfluss und Vergünstigungen bekommt, je großer sein Anteil am Guthaben ist. Meistens bestehen die Vergünstigungen in Transaktionsgebühren.

Sendet ein Nutzer eine Kryptowährung, fallen dafür Transaktionsgebühren an. Sie werden den Geldbeuteln der Nutzer zugeschrieben, die die jeweilige Transaktion bearbeitet haben.

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Matthias Kumpertz, 38 Jahre, Finanzberater und Marlene Heuer, 46 Jahre Finanzberaterin, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur der Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zu Finanzen, Kapital, Finanzierungen und Banken. Anleitungen, Investments und Finanzpläne für Verbraucher und Investoren.

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