Wie wirkt sich die Griechenland-Krise auf Geldanlagen aus?

Wie wirkt sich die Griechenland-Krise auf Geldanlagen aus?

 

Die Griechenland-Krise war wochenlang das Hauptthema in den Medien. Aktuell ist es zwar ein wenig ruhiger geworden, doch die Krise ist noch lange nicht überstanden. Die Auswirkungen der Griechenland-Krise betreffen in erster Linie das Land und seine Einwohner.

Gleiches gilt für getroffene Vereinbarungen, Reformen und auch künftige Entwicklungen. Aber Anleger, Sparer und EU-Bürger außerhalb Griechenlands sind ebenfalls verunsichert.

 

Der folgende Beitrag geht deshalb der Frage nach: Wie wirkt sich die Griechenland-Krise auf Geldanlagen aus?:

 

Wie ist die derzeitige Situation?

Am 13. Juli 2015 erzielten die EU-Partner beim Euro-Gipfel eine Einigung. Die genauen Inhalte dieser Einigung im Detail sind noch nicht bekannt. Klar scheint jedoch, dass sowohl eine Staatspleite als auch ein Ausscheiden Griechenlands aus der Währungsunion abgewendet werden konnten.

Ob die Einigung der richtige Weg sein wird, um die finanziellen Probleme des Landes zu lösen und die wirtschaftliche Lage zu stärken, muss die Zukunft zeigen. Auch bleibt abzuwarten, ob die Vereinbarungen Bestand haben werden oder nur eine vorübergehende Zwischenlösung sind. Seit dem 20. Juli 2015 haben die Banken in Griechenland wieder geöffnet.

Die Kapitalverkehrskontrollen sind aber weiterhin in Kraft und wann sie enden werden, ist ungewiss. Nach derzeitigem Stand sind eine Staatspleite und ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro, der sogenannte Grexit, also unwahrscheinlich.

Dass diese Szenarien doch wieder zum Thema werden oder zu einem späteren Zeitpunkt gar eintreten, lässt sich aber eben auch nicht endgültig ausschließen.

 

Mit welchen direkten Folgen müssten Anleger rechnen?

Derzeit hat sich die Situation scheinbar beruhigt. Beim Euro-Gipfel konnte nach zähen und harten Verhandlungen eine Einigung erzielt und damit Griechenlands Staatspleite und der Euro-Austritt verhindert werden. Neben den Griechen selbst können so auch Anleger im restlichen Europa aufatmen.

Sollte eines dieser Szenarien doch irgendwann eintreten, wären hauptsächlich Griechenland und seine Bewohner von den direkten Folgen betroffen. In den übrigen EU-Ländern würde es vermutlich kurzfristig zu Turbulenzen kommen. Mittel- und langfristig sollten aber keine nennenswerten Konsequenzen zu erwarten sein.

Dennoch könnte eine Staatspleite Griechenlands oder ein Grexit direkte Folgen für Anleger in anderen EU-Ländern haben:

  • Direkte Auswirkungen wären bei griechischen Staatsanleihen gegeben. Sowohl eine Staatspleite als auch eine neue Währung könnten zur Folge haben, dass die Rückzahlung der Staatsanleihen ausbleibt oder nur anteilig erfolgt.

 

  • Auf Aktien und Anleihen von griechischen Banken und Unternehmen könnte es ebenfalls direkte Auswirkungen geben. Finanzielle Schwierigkeiten oder Insolvenzen würden dazu führen, dass Aktien massiv an Wert verlieren oder schlimmstenfalls komplett wertlos werden. Anleihen könnten nur anteilig oder gar nicht zurückgezahlt werden.

 

  • Sparer, die Geld bei einer griechischen Bank angelegt haben, sind für den Insolvenzfall durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Da Griechenland zur EU gehört, ist die griechische Einlagensicherung genauso ausgestaltet wie die gesetzliche Einlagensicherung, die in Deutschland gilt. Allerdings ist das System der Einlagensicherung auf den Fall ausgelegt, dass eine Bank insolvent wird. Inwieweit die Einlagensicherung auch im Insolvenzfall eines Staates greift, ist unklar.

 

Welche indirekten Auswirkungen würde es geben?

Auch Anleger, die nicht direkt in Anlageprodukte griechischer Anbieter investiert haben, könnten zumindest indirekt die Auswirkungen einer Staatspleite oder eines Grexits zu spüren bekommen.

  • Verliert der Euro zeitweise oder mittelfristig an Wert, ergeben sich für Anleger, die ihr Kapital in einer Fremdwährung angelegt haben, Währungsgewinne. Gleichzeitig werden Kredite in Fremdwährungen teurer. Andersherum entstehen für Anleger Wertverluste, wenn der Euro-Kurs steigt. Fremdwährungskredite hingegen werden in diesem Fall günstiger. Inwieweit eine Staatspleite oder das Ausscheiden eines Euro-Landes aus der Währungsunion Auswirkungen auf den Euro-Kurs hätte, wäre zum jetzigen Zeitpunkt aber reine Spekulation.

 

  • Bei Investmentfonds, die Investments in Griechenland getätigt haben, könnte es zu Verlusten kommen. Diese sollten sich aber in Grenzen halten, denn Fonds sind zu einer Streuung verpflichtet, um die Risiken zu senken. Sollte es dennoch zum höchst unwahrscheinlichen Fall einer Insolvenz kommen, ist das Kapital der Anleger ohnehin als Sondervermögen abgesichert und somit geschützt.

 

  • Bei Lebens- und Rentenversicherungen könnte es zu reduzierten Überschüssen kommen, falls der jeweilige Versicherer auch in griechische Anleihen investiert hatte. Durch die Streuung bei Investments sollten aber keine großartigen Nachteile entstehen. Außerdem wird der Sparanteil der Versicherungsnehmer auf jeden Fall mit dem vertraglich vereinbarten und garantierten Zinssatz verzinst.

 

  • Immobilien, Gold und andere Sachwerte gelten vor allem in Krisenzeiten als sichere Geldanlagen. Ob ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung in Griechenland aber tatsächlich seinen Wert behält oder gar steigert, muss die Zukunft zeigen. Generell hängt der Wert einer Immobilie zudem eher von ihrer Lage, ihrem Zustand und ihrer Ausstattung ab und weniger davon, wie sich die Staatshaushalte in den EU-Ländern entwickeln.

Der Goldpreis wiederum wird nicht nur durch Angebot und Nachfrage bestimmt, sondern hängt auch davon ab, wie sich das Verhältnis zwischen Euro und US-Dollar entwickelt.

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