Übersicht: 5 typische Stolperfallen beim Kauf auf Raten

Übersicht: 5 typische Stolperfallen beim Kauf auf Raten

Ob Elektrofachmarkt, Möbelhaus oder Autohändler: Günstige Finanzierungsmöglichkeiten, mitunter sogar zum Nulltarif, sind allgegenwärtig. Auf der anderen Seite erwarten heute viele Verbraucher, dass sie teurere Anschaffungen bequem in kleinen Monatsraten bezahlen können.

Umfragen haben ergeben, dass über die Hälfte aller finanzierten Käufe nicht stattgefunden hätte, wenn ein Kauf auf Raten nicht möglich gewesen wäre. Kein Wunder also, dass die Händler gerne bereit sind, Kunden mit der Möglichkeit, den Einkauf nach und nach abzustottern, entgegenkommen.

Was bei den verlockend klingenden Finanzierungsangeboten aber oft aus dem Blickfeld rückt, ist, dass es sich um Kredite handelt. Es mag zwar sein, dass keine oder nur sehr geringe Zinsen berechnet werden.

Trotzdem ist und bleibt jeder Ratenkauf nun einmal ein Kredit und kein Kreditgeber hat etwas zu verschenken. Doch worauf sollte geachtet werden? Was sind die möglichen Fallstricke?

 

Die folgende Übersicht nennt fünf typische
Stolperfallen beim Kauf auf Raten:

 

Stolperfalle 1: Das vorhandene Budget wird überstrapaziert.

Bevor über eine Finanzierung nachgedacht wird, sollte zunächst einmal abgeklärt werden, was überhaupt gekauft werden soll. Außerdem gilt zu prüfen, wie teuer die Anschaffung sein darf.

Wichtig dabei ist aber, die Entscheidung unabhängig von einer eventuellen Finanzierung zu treffen. Geht plötzlich die Waschmaschine oder der Kühlschrank kaputt und muss schnellstmöglich Ersatz her, ist die Ausgangssituation eine ganz andere, als wenn der Wunsch nach einem neueren Computer oder einem aktuellen Smartphone besteht. Gerade Extrawünsche sollten nur dann über einen Ratenkauf finanziert werden, wenn es das Budget zulässt.

Entscheidet sich der Verbraucher für einen Kauf auf Raten, schließt er einen Kreditvertrag ab. Der Händler arbeitet zu diesem Zweck mit einer Bank zusammen und vermittelt im Prinzip einen Kreditvertrag in seinen Verkaufsräumen. Der Verbraucher bezieht die gekaufte Ware zwar vom Händler, für die Finanzierung wird er aber zum Vertragspartner der kreditgebenden Bank.

Was die Rechte und Pflichten dabei angeht, so gibt es keinen Unterschied zu einem Ratenkredit, der direkt bei einer Bank abgeschlossen wird. Wichtig ist deshalb, dass der Verbraucher gut durchrechnet, ob er sich die zusätzliche Monatsrate leisten kann.

Muss er seinen Dispo bemühen, um die Raten zu bezahlen, wird selbst eine Null-Finanzierung zum sehr teuren Vergnügen.

 

Stolperfalle 2: Sich zu Spontankäufen hinreißen lassen.

Händler locken nicht nur mit günstigen Finanzierungsangeboten, sondern wenden auch den einen oder anderen Verkaufstrick an. So wird beispielsweise gerne damit geworben, dass die vermeintlichen Sonderkonditionen sowohl zeitlich als auch mengenmäßig begrenzt sind.

Überlegt der Verbraucher zu lange, kann er das tolle Angebot möglicherweise nicht mehr nutzen. Ein anderer beliebter Verkaufstrick ist, dem Verbraucher ein Produkt anzubieten, das größer oder besser ausgestattet ist.

Der Mehrpreis sei ja letztlich kein Problem, denn wenn der Verbraucher ohnehin die Finanzierungsmöglichkeit nutzt, könne er sich ja auch das bessere Produkt gönnen. Tatsächlich macht sich der höhere Preis aber entweder in einer höheren Monatsrate oder in einer längeren Laufzeit bemerkbar.

 

Stolperfalle 3: Den Gesamtpreis aus den Augen verlieren.

Viele Verbraucher lassen sich bei ihrer Kaufentscheidung vom Finanzierungsangebot leiten. Sie wählen also weniger danach aus, was sie tatsächlich brauchen oder möchten, sondern schauen zunächst einmal, für welche Produkte eine Finanzierung angeboten wird.

Aus diesen Produkten wählen sie dann das Modell aus, das ihnen am ehesten zusagt. Ist das Budget sehr knapp und kann die Anschaffung nicht warten, bis zumindest ein Teilbetrag zusammengespart ist, mag diese Vorgehensweise verständlich sein. In allen anderen Fällen gilt aber, dass sich der Verbraucher erst für ein Produkt entscheiden und danach über eine eventuelle Finanzierung nachdenken sollte.

Oft lassen sich Verbraucher zudem von den niedrigen Monatsraten blenden. Sie sehen nur den kleinen Betrag, der monatlich fällig wird, achten aber nicht auf die Gesamtsumme, die sie am Ende bezahlen. Dabei ist gerade bei finanzierten Produkten ein Preisvergleich sehr wichtig.

Nicht selten sind diese Produkte nämlich teurer als aktuelle Sonderangebote oder reguläre Ware ohne Finanzierungsmöglichkeit.

 

Stolperfalle 4: Unnötige Zusatzleistungen dazukaufen.

In vielen Fällen sehen Finanzierungsverträge Zusatzleistungen vor. Dabei kann es sich um Garantieerweiterungen oder -verlängerungen oder um verschiedene Versicherungen wie eine Diebstahl- oder eine Restschuldversicherung handeln.

Sehr oft sind solche Zusatzleistungen aber nicht nur überteuert, sondern letztlich auch überflüssig. Wichtig ist deshalb, genau zu prüfen, was da unterschrieben wird und ob eventuelle Zusatzleistungen wirklich benötigt werden.

 

Stolperfalle 5: Das Kleingedruckte nicht lesen.

Wie bei allen Verträgen gilt natürlich und vor allem auch bei Kreditverträgen, dass das Kleingedruckte sehr genau gelesen werden sollte. Es kommt recht häufig vor, dass mit der Unterschrift gleich zwei Kredite abgeschlossen werden, nämlich einmal der eigentliche Ratenkauf und einmal einen höherer Rahmenkredit.

Letzterer soll für künftige Wünsche genutzt werden können oder beinhaltet eine kostenpflichtige Kreditkarte. Ein anderer Stolperstein können die Kreditbedingungen als solches sein.

So werden immer wieder Finanzierungen angeboten, bei denen die Null- oder Miniverzinsung nur eine bestimmte Zeit lang gilt. Die vereinbarte Kreditrate ist aber nicht hoch genug, um den Kredit innerhalb dieser Zeit zu tilgen. Folglich steigen die Kreditraten später spürbar an. Dadurch kostet der Einkauf am Ende deutlich mehr als gedacht.

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