Inkasso-Ratenzahlung-Rechner: Wann sinkt meine Hauptschuld?

Inkasso-Ratenzahlung-Rechner: Kosten & Tilgung berechnen

Ein Inkassoschreiben kann schnell verunsichern, besonders wenn trotz regelmäßiger Zahlungen unklar bleibt, wann die eigentliche Hauptschuld endlich sinkt.

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Mit diesem Rechner machen Sie den möglichen Verlauf Ihrer Ratenzahlung sichtbar: Sie erkennen, welcher Anteil auf Kosten, Zinsen und Hauptforderung entfällt, wie lange die Rückzahlung dauern könnte und ob Ihre Rate genügend Spielraum für den Schuldenabbau lässt. So gewinnen Sie mehr Überblick und können eine angebotene Ratenzahlung besser einschätzen.

Kosten, Zinsen und Tilgung nachvollziehen

Berechnen Sie den Verlauf Ihrer Inkasso-Ratenzahlung

Eine monatliche Rate verringert nicht immer sofort die Hauptforderung. Offene Kosten und Zinsen können zunächst einen Teil oder sogar die gesamte Zahlung beanspruchen. Dieser Rechner zeigt anhand Ihrer Forderungsaufstellung, wann die Hauptschuld voraussichtlich erstmals sinkt, wie lange die Rückzahlung dauert und welcher Gesamtbetrag rechnerisch entsteht.

Wichtig
Der Rechner prüft keine Forderung auf Rechtmäßigkeit. Er übernimmt die von Ihnen eingegebenen Kosten, Zinsen und Forderungsbeträge ausschließlich für eine mathematische Modellrechnung. Ob einzelne Positionen berechtigt, wirksam vereinbart oder korrekt berechnet wurden, muss gesondert geprüft werden.

Was der Rechner sichtbar macht

  • Erster Abbau der Hauptforderung Sie erkennen, ab welchem Monat ein Teil Ihrer Rate tatsächlich auf die ursprüngliche Hauptforderung entfällt.
  • Warnung bei zu geringer Rate Der Rechner weist darauf hin, wenn die Monatsrate laufende Zinsen und eingetragene wiederkehrende Kosten nicht ausreichend deckt.
  • Monatlicher Kostenverlauf Eine Grafik und eine Tabelle trennen Hauptforderung, offene Kosten, Zinsen und die jeweilige Verwendung der Rate.
  • Vergleich mit einer zweiten Rate Eine optionale Vergleichsrate zeigt, wie sich Laufzeit, Zinsen und Gesamtzahlung verändern könnten.

So verwenden Sie den Rechner

  1. Aktuelle Forderungsaufstellung bereitlegen Übernehmen Sie Hauptforderung, noch offene Kosten und bereits aufgelaufene Zinsen getrennt aus der jüngsten Aufstellung.
  2. Zinssatz und Monatsrate eintragen Verwenden Sie den in Ihren Unterlagen genannten Jahreszinssatz und die Rate, die Sie monatlich zahlen möchten.
  3. Verrechnungsmodell kontrollieren Wählen Sie nur eine abweichende Reihenfolge, wenn sie aus Ihren Unterlagen oder einer fachlich geprüften Vereinbarung hervorgeht.
  4. Ergebnis mit den Unterlagen vergleichen Achten Sie besonders auf den ersten Tilgungsmonat, die voraussichtliche Gesamtlaufzeit und die Summe aus Kosten und Zinsen.
1. Aktuell offene Beträge

Tragen Sie die getrennten Beträge aus Ihrer aktuellen Forderungsaufstellung ein. Unklare Positionen sollten vorab beim Gläubiger, Inkassounternehmen oder einer geeigneten Beratungsstelle geklärt werden.

Ursprünglicher Rechnungs- oder Vertragsbetrag, der laut Aufstellung noch nicht getilgt wurde.

Beispielsweise ausgewiesene Mahn-, Inkasso-, Gerichts- oder Vereinbarungskosten. Der Rechner bewertet diese Positionen nicht.

Zinsbetrag, der laut aktueller Aufstellung vor Beginn der Simulation bereits offen ist.

2. Zinsen, Rate und mögliche Folgekosten

Tragen Sie den vollständigen Jahreszinssatz aus Ihrer Aufstellung oder Vereinbarung ein. Der Rechner ermittelt keinen aktuellen Zinssatz.

Regelmäßiger Betrag, den Sie monatlich für diese Forderung einplanen.

Nur eintragen, wenn Ihre Unterlagen einen konkreten wiederkehrenden Betrag ausweisen. Nicht bekannte Kosten sollten nicht geschätzt werden.

Damit können Sie eine zweite Monatsrate vergleichen. Das Feld kann für eine Berechnung ohne Vergleich geleert werden.

3. Verrechnungsmodell der Teilzahlungen

Voreingestellt ist das allgemeine Modell „Kosten, Zinsen, Hauptforderung“ nach § 367 BGB. Für bestimmte Forderungsarten, Vereinbarungen oder Zahlungsbestimmungen können Besonderheiten gelten. Der Rechner entscheidet nicht, welches Modell in Ihrem Einzelfall rechtlich anzuwenden ist.

Prüfpunkt
Eine abweichende Auswahl kann das Ergebnis deutlich verändern. Prüfen Sie deshalb die Forderungsaufstellung und Ratenvereinbarung. Eine eigene abweichende Zahlungsbestimmung muss nicht in jedem Fall vom Zahlungsempfänger akzeptiert werden.

Beispielauswertung: 600,00 € Hauptforderung, 120,00 € offene Kosten, 20,00 € offene Zinsen, 6,00 % Jahreszins und 50,00 € Monatsrate.

Im Beispiel sinkt die Hauptforderung erstmals im 3. Monat

In den ersten beiden Monaten wird die Rate vollständig mit offenen Kosten verrechnet. Im dritten Monat werden zunächst die verbleibenden Kosten und aufgelaufenen Zinsen bedient. Erst der verbleibende Betrag von 1,00 € reduziert die Hauptforderung.

Verzögerter Tilgungsbeginn
Die Beispielrate deckt die laufenden Zinsen. Wegen der bereits offenen Kosten und Zinsen beginnt der Abbau der Hauptforderung dennoch erst im dritten Monat.
Offener Gesamtbetrag zu Beginn
740,00 €

Hauptforderung, Kosten und bereits aufgelaufene Zinsen.

Laufende Belastung im ersten Monat
3,00 €

Neue Zinsen zuzüglich eingetragener monatlicher Kosten.

Rechnerischer Ratenpuffer
47,00 €

Monatsrate abzüglich der laufenden Belastung im ersten Monat. Bereits offene Kosten sind darin nicht berücksichtigt.

Erste Tilgung der Hauptforderung
3. Monat

Erster Monat mit einer rechnerischen Verringerung der Hauptschuld.

Voraussichtliche Laufzeit
16 Monate

Bei gleichbleibender Rate, Verzinsung und Kostenannahme.

Neu entstehende Zinsen
29,27 €

Zusätzliche Modellzinsen während der simulierten Rückzahlung.

Kosten und Zinsen insgesamt
169,27 €

Offene Kosten, anfängliche Zinsen und neu berechnete Zinsen zusammen.

Voraussichtliche Gesamtzahlung
769,27 €

Summe aller simulierten Zahlungen bis zum vollständigen Ausgleich.

Monatlicher Schuldenverlauf

Die Grafik stellt den offenen Gesamtbetrag und die darin enthaltene Hauptforderung gegenüber. Der Abstand zwischen beiden Linien zeigt offene Kosten und Zinsen.

Offener Gesamtbetrag Hauptforderung zuzüglich noch offener Kosten und Zinsen.
Hauptforderung Der noch nicht getilgte ursprüngliche Forderungsbetrag.
Kosten- und Zinsanteil Der farbig markierte Abstand zwischen den beiden Linien.
Verlauf einer Inkasso-Ratenzahlung über 16 Monate Der offene Gesamtbetrag fällt im Beispiel von 740 Euro auf null. Die Hauptforderung bleibt in den ersten beiden Monaten bei 600 Euro und sinkt ab dem dritten Monat. Erste Tilgung: Monat 3
Im Beispiel sinkt der Gesamtbetrag von 740,00 € auf 0,00 €. Die Hauptforderung bleibt zwei Monate unverändert und wird ab dem dritten Monat getilgt. Nach 16 Monaten ist die Modellrechnung vollständig ausgeglichen.

Vergleich der beiden Monatsraten

Die Vergleichsrate von 75,00 € verkürzt die modellierte Rückzahlung gegenüber der Rate von 50,00 € um fünf Monate. Durch die kürzere Laufzeit entstehen im Beispiel 9,57 € weniger neue Zinsen.

Beispielvergleich zwischen 50,00 € und 75,00 € Monatsrate
Kennzahl Rate 50,00 € Rate 75,00 € Rechnerischer Unterschied
Gesamtlaufzeit 16 Monate 11 Monate 5 Monate kürzer
Erste Tilgung der Hauptforderung 3. Monat 2. Monat 1 Monat früher
Neu entstehende Zinsen 29,27 € 19,70 € 9,57 € weniger
Gesamtzahlung 769,27 € 759,70 € 9,57 € weniger
Einordnung
Eine höhere Rate sollte dauerhaft tragbar bleiben. Der mathematisch kürzere Verlauf sagt nicht aus, ob die Rate zu Ihrem verfügbaren Einkommen und Ihren übrigen Ausgaben passt.

Monatlicher Raten- und Tilgungsverlauf

Die Tabelle zeigt für die Beispielrechnung die ersten zwölf Monate sowie den letzten Zahlungsmonat. Die Spalten „auf Kosten“, „auf Zinsen“ und „auf Hauptforderung“ zeigen die rechnerische Verteilung der Rate.

Beispiel: erste zwölf Monate und letzter Zahlungsmonat
Monat Neue Zinsen Zahlung Auf Kosten Auf Zinsen Auf Hauptforderung Hauptforderung danach Gesamt offen danach
1 3,00 € 50,00 € 50,00 € 0,00 € 0,00 € 600,00 € 693,00 €
2 3,00 € 50,00 € 50,00 € 0,00 € 0,00 € 600,00 € 646,00 €
3 3,00 € 50,00 € 20,00 € 29,00 € 1,00 € 599,00 € 599,00 €
4 3,00 € 50,00 € 0,00 € 3,00 € 47,00 € 552,00 € 552,00 €
5 2,76 € 50,00 € 0,00 € 2,76 € 47,24 € 504,76 € 504,76 €
6 2,52 € 50,00 € 0,00 € 2,52 € 47,48 € 457,28 € 457,28 €
7 2,29 € 50,00 € 0,00 € 2,29 € 47,71 € 409,57 € 409,57 €
8 2,05 € 50,00 € 0,00 € 2,05 € 47,95 € 361,62 € 361,62 €
9 1,81 € 50,00 € 0,00 € 1,81 € 48,19 € 313,43 € 313,43 €
10 1,57 € 50,00 € 0,00 € 1,57 € 48,43 € 265,00 € 265,00 €
11 1,32 € 50,00 € 0,00 € 1,32 € 48,68 € 216,32 € 216,32 €
12 1,08 € 50,00 € 0,00 € 1,08 € 48,92 € 167,40 € 167,40 €
13–15 Die Hauptforderung sinkt in diesen drei Monaten von 167,40 € auf 19,17 €.
16 0,10 € 19,27 € 0,00 € 0,10 € 19,17 € 0,00 € 0,00 €

Berechnungsweise und Grenzen

  • Monatliche Modellverzinsung Neue Zinsen werden vereinfacht aus der jeweils offenen Hauptforderung, dem Jahreszinssatz und einem Zwölftel des Jahres berechnet.
  • Keine automatische Verzinsung von Kosten und Zinsen Die Modellrechnung berechnet neue Zinsen ausschließlich auf die offene Hauptforderung.
  • Monatliche Rundung auf Cent Zinsen, Verrechnung und Restbeträge werden für jeden Monat auf zwei Nachkommastellen gerundet.
  • Maximal 600 simulierte Monate Ist die Forderung nach 600 Monaten rechnerisch nicht ausgeglichen, wird statt einer scheinbar genauen Laufzeit eine Warnung angezeigt.

Tatsächliche Forderungsabrechnungen können wegen taggenauer Zinsen, unterschiedlicher Zahlungseingänge, Zinsänderungen, neuer Kosten, Sonderzahlungen oder einer anderen Verrechnungsreihenfolge abweichen.

Was die Beispielrechnung zeigt

Die Beispielschuld besteht aus 600,00 € Hauptforderung, 120,00 € Kosten und 20,00 € bereits aufgelaufenen Zinsen. Obwohl die monatlich neu entstehenden Zinsen von zunächst 3,00 € deutlich unter der Rate von 50,00 € liegen, sinkt die Hauptforderung erst im dritten Monat. Ursache sind die zuvor verrechneten offenen Kosten und Zinsen.

Dieses Beispiel verdeutlicht, weshalb die reine Höhe der Monatsrate wenig darüber aussagt, wann die eigentliche Schuld abgebaut wird. Entscheidend sind zusätzlich der Anfangssaldo, die Verrechnungsreihenfolge, der Zinssatz und mögliche neue Kosten.

Ergebnis richtig einordnen

  • Forderungsaufstellung kontrollieren Vergleichen Sie die verwendeten Beträge mit der neuesten nachvollziehbaren Aufstellung.
  • Gesamtkosten der Vereinbarung beachten Fragen Sie vor einer Unterschrift nach Zinssatz, Zusatzkosten, Gesamtlaufzeit und der Verrechnung Ihrer Zahlungen.
  • Unklare oder strittige Beträge prüfen lassen Bei Zweifeln können Verbraucherberatung, anerkannte Schuldnerberatung oder eine rechtliche Beratung den Einzelfall beurteilen.

Weitere Hinweise finden Sie im Beitrag Die wichtigsten Regelungen zur Ratenzahlung beim Inkasso .

Häufige Fragen zum Inkasso-Ratenzahlung-Rechner

Warum sinkt meine Hauptforderung nicht sofort?

Wird eine Rate zuerst mit offenen Kosten und Zinsen verrechnet, erreicht zunächst nur der danach verbleibende Betrag die Hauptforderung. Sind Kosten und Zinsen höher als die Monatsrate, kann die Hauptforderung mehrere Monate unverändert bleiben.

Was passiert, wenn meine Rate die laufenden Beträge nicht deckt?

Ist die Rate nicht höher als neu entstehende Zinsen und eingetragene monatliche Kosten, wird die Hauptforderung im verwendeten Modell nicht kleiner. Der offene Gesamtbetrag kann sogar steigen.

Welche Verrechnungsreihenfolge soll ich auswählen?

Das voreingestellte allgemeine Modell rechnet Zahlungen zuerst auf Kosten, anschließend auf Zinsen und zuletzt auf die Hauptforderung an. Sonderregelungen oder Vereinbarungen können davon abweichen. Verwenden Sie eine andere Reihenfolge nur auf Grundlage geprüfter Unterlagen.

Prüft der Rechner, ob Inkassokosten berechtigt sind?

Nein. Eingetragene Beträge werden mathematisch übernommen. Der Rechner kontrolliert weder den Forderungsgrund noch die Zulässigkeit, Höhe oder Durchsetzbarkeit einzelner Gebühren und Zinsen.

Warum kann die tatsächliche Abrechnung abweichen?

In der Praxis können Zinsen taggenau berechnet werden. Auch Zahlungstermine, Zinsänderungen, neue Kosten, Sonderzahlungen und eine andere Verrechnungsreihenfolge beeinflussen den Verlauf.

Ist eine möglichst hohe Monatsrate immer sinnvoll?

Eine höhere Rate kann Laufzeit und Zinsen reduzieren. Sie sollte jedoch dauerhaft bezahlbar bleiben. Eine zu knapp kalkulierte Rate kann das Risiko erhöhen, dass die Vereinbarung später nicht eingehalten werden kann.

Datenschutz und lokale Berechnung

Lokal
Ihre eingegebenen Beträge bleiben in Ihrem Browser. Nach Ergänzung des JavaScripts erfolgen Berechnung und Darstellung ausschließlich lokal auf Ihrem Gerät. Dieses Tool versendet und speichert keine Eingaben und benötigt keine externen Dienste.

Hinweis: Die Ergebnisse sind unverbindliche Modellrechnungen und ersetzen keine individuelle Rechts-, Schuldner- oder Finanzberatung.

Grundlage des voreingestellten allgemeinen Verrechnungsmodells: § 367 BGB – Anrechnung auf Zinsen und Kosten .

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