Einführung in das Projekt Ethereum, Teil II

Einführung in das Projekt Ethereum, Teil II

Wenn es um dezentrale Apps und Projekte auf Basis der Blockchain-Technologie geht, gehört Ethereum zu den führenden Plattformen. Weil es sich um eine quelloffene Blockchain handelt, ermöglicht Ethereum den Betrieb von dezentralen Anwendungen und Smart Contracts. Unter den Kryptowährungen belegt der native Token Ether nach Marktkapitalisierung den zweiten Platz. In der Krypto-Welt spielt Ethereum also eine ziemlich wichtige Rolle.

Einführung in das Projekt Ethereum, Teil II

Wir haben eine mehrteilige Beitragsreihe als Einführung in das Projekt Ethereum erstellt. Dabei ging es in Teil I um die Problemlösungen durch Ethereum, die Geschichte und die Technik hinter dem Projekt. Hier ist Teil II!:

Ethereum Serenity als finale Stufe

Einer der wichtigsten Meilensteine in der Entwicklung von Ethereum war Serenity. Geläufiger für diese Ausbaustufe ist die Bezeichnung Ethereum 2.0. Die Umstellung auf Serenity war ein Paradigmenwechsel, der den bis dahin genutzten Proof-of-Work-Algorithmus durch einen Proof-of-Stake-Algorithmus ablöste.

Die Einführung von Serenity erfolgte Ende 2020 auf Basis eines mehrphasigen Stufenplans. In diesem Zuge endete auch die Zeit, in der Ether durch Mining geschaffen werden.

Nun entstehen sie durch Staking. Eine der letzten Gemeinsamkeiten mit dem Bitcoin ist damit ebenfalls Geschichte. Bleibt aber die Frage, warum die Umstellung auf Proof of Stake (PoS) überhaupt notwendig war.

Rund fünf Jahre nach dem Start des Projekts wechselte Ethereum den Konsensmechanismus. Dieser Wechsel war aber schon lange geplant. Vitalin Buteri verfolgte von Anfang an das Ziel, Ethereum in allen Bereichen komplett zu dezentralisieren.

Insofern war die Einführung des PoS ein logischer und folgerichtiger Schritt. Denn die Problematik bei einem Proof of Work ist oft, dass Unternehmen, die auf das Mining ausgerichtet sind, ihre technischen Vorteile nutzen und sich dadurch große Marktanteile sichern. Die Folge ist, dass letztlich ein paar Unternehmen den Mining-Markt bestimmen. Ein Proof of Stake schließt ein solches Szenario von vorneherein aus.

Ein anderer Grund ist, dass das Mining mit hohen Energiekosten einhergeht. Im Unterschied dazu können mittels Staking neue Blöcke erheblich energieeffizienter erstellt werden. Prinzipiell kann jeder, der die erforderliche Mindesteinlage von 32 Ether (ETH) aufbringen kann, zum Validator werden. Validator ist die Bezeichnung für einen Blockersteller bei einem PoS.

Eine besondere Hardware ist nicht notwendig. Der Validator muss lediglich einen sogenannten Validatorknoten betreiben. Dieser lässt sich ohne großen Aufwand einrichten. An das verwendete Gerät werden keine technischen Voraussetzungen gestellt. Die einzige Bedingung ist, dass das Gerät rund um die Uhr online und erreichbar sein muss.

Hintergrund dazu ist die wesentliche Funktion eines Proof of Stake. Welcher Validator in welchem Umfang an der Erstellung eines Blocks mitwirkt, hängt vom Vermögen der Validatoren, der Teilnahmedauer am Netzwerk und einer zufälligen Zahl ab. Ein neuer Block entsteht, indem eine Transaktion innerhalb des Blocks signiert wird.

Ist der Block nach Ansicht des Validators gültig, bestätigt er die Gültigkeit und fügt den Block der Blockchain hinzu. Der Einsatz des Validators wird mit einer Provision belohnt. Allerdings gibt es keine festgelegte Belohnung, sondern die Validatoren werden an den Gebühren von Transaktionen in einem Block beteiligt.

Der Ether als Zahlungsmittel

Anders als zum Beispiel Bitcoin, Dash oder Litecoin ist Ethereum kein Währungssystem im klassischen Sinne. Doch das ändert nichts daran, dass auf der Plattform ein übergreifendes Zahlungsmittel benötigt wird. Um dieses bereitzustellen, entwickelten die Erfinder von Ethereum Ether (ETH) als nativen Token.

Ether kann als Zahlungsmittel für die Smart Contracts verwendet werden und dient als interne Währung für die dezentralen Anwendungen auf der Blockchain. Auch ein Handel an den Devisenmärkten der Krypto-Welt ist möglich. Dadurch eröffnet der Token Anlegern eine direkte Möglichkeit, um am Erfolg der Ethereum Plattform teilzuhaben.

Ähnlich wie bei anderen Kryptowährungen erfolgen Überweisungen von einer Ethereum-Adresse an eine andere. Bei einem Transaktionsaustausch zwischen zwei Personen schickt also zum Beispiel Person A eine gewisse Summe Ether an die Adresse des Wallets von Person B.

Das gleiche Konzept findet Anwendung, wenn Auszahlungen aus einem Smart Contract vorgenommen werden. Allerdings muss in diesem Fall vorher eine bestimmte Bedingung erfüllt sein.

Bei Etherum werden für sämtliche Transaktionen Transaktionsgebühren fällig. Die einzelnen Operationen innerhalb des Ökosystems von Ethereum wiederum kosten Gas. Beim Gas handelt es sich um eine Recheneinheit, die über die Höhe der Kosten für eine ausgeführte Operation bestimmt. Dabei kann es durchaus passieren, dass die Gas-Gebühren vor allem in Hochphasen, in denen die Aktivität im Netzwerk besonders groß ist, überproportional steigen.

Diese Skalierungsprobleme begleiten Ethereum von Anfang an. Mit Ethereum 2.0 sind bereits Lösungsansätze eingeleitet. Eine weitere Technologie namens Sharding soll dann endgültig Abhilfe schaffen. Was es damit auf sich hat, erklären wir in Teil III.

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Matthias Kumpertz, 38 Jahre, Finanzberater und Marlene Heuer, 46 Jahre Finanzberaterin, sowie Christian Gülcan, Betreiber und Redakteur der Webseite, schreiben hier Wissenswertes, Tipps und Ratgeber zu Finanzen, Kapital, Finanzierungen und Banken. Anleitungen, Investments und Finanzpläne für Verbraucher und Investoren.

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