Die 7 größten Finanzsünden

Die 7 größten Finanzsünden

Finanzentscheidungen wollen gut überlegt sein. Schließlich können Fehlentscheidungen noch lange nachwirken. Hier sind 7 Finanzsünden, die man sich besser nicht leisten sollte.

Der neue Fernseher war teurer als geplant, der zusätzliche Friseurbesuch musste für den Seelenfrieden einfach sein und beim Wocheneinkauf war die Verlockung zu groß, um dem einen oder anderen Angebot zu widerstehen: Solche ungeplanten Zusatzausgaben können das Budget zwar belasten, sind letztlich aber zu verschmerzen.

Doch wenn es um laufende Kosten und größere Investitionen geht, können finanzielle Fehlgriffe richtig und lange wehtun. Finanzentscheidungen sollten deshalb nie leichtfertig und spontan getroffen werden. Und ein paar Entscheidungen sollten überhaupt nicht fallen. Welche das sind?

Hier sind die sieben größten Finanzsünden:

 

Finanzsünde Nr. 1: Alles über Kredite finanzieren.

Eine alte Weisheit besagt: „Geld, das man nicht hat, sollte man nicht ausgeben.“ Und auch wenn es banal klingt, ist an dieser Weisheit viel Wahres dran. Natürlich kann es immer mal passieren, dass eine dringende Anschaffung notwendig wird, das Geld dafür aber fehlt.

In einem solchen Fall wird es sich meist nicht vermeiden lassen, einen Ratenkauf zu vereinbaren, den Dispokredit zu nutzen oder einen Ratenkredit aufzunehmen. Grundsätzlich alles auf Pump zu kaufen, ist aber eine denkbar schlechte Idee.

Denn die Raten müssen bezahlt werden und aus mehreren kleinen Raten kann schnell eine ordentliche Summe werden. Um nicht in die Schuldenfalle zu tappen, ist es deshalb besser, Anschaffungen, die nicht zwingend notwendig sind, erst einmal aufzuschieben und – ganz klassisch – darauf zu sparen.

 

Finanzsünde Nr. 2: Teure Kredite weiterlaufen lassen.

Spareinlagen und Guthaben werden derzeit kaum verzinst. Für Sparer ist das natürlich schade. Doch für diejenigen, die eine Finanzierung brauchen oder Kredite laufen haben, sind die rekordverdächtig niedrigen Zinsen ein echter Vorteil. Denn niedrige Zinsen bedeuten niedrigere Kreditkosten.

Hat ein Kreditnehmer etwas Geld auf der hohen Kante, sollte er dieses Geld verwenden, um laufende Kredite zu tilgen. Dies bringt ihm unterm Strich eine höhere Rendite ein, als wenn er weiterhin hohe Kreditzinsen bezahlt, für sein Erspartes aber gleichzeitig kaum Zinsen bekommt. Und generell gilt, dass es sich immer lohnen kann, zu prüfen, ob laufende Kredite nicht günstiger umgeschuldet werden können.

 

Finanzsünde Nr. 3: Freies Kapital nicht anlegen.

So mancher Sparer hat etwas Geld übrig, weiß aber nicht, wie er es am besten anlegen sollte. Also bleibt das Geld einfach auf dem Girokonto liegen. Manchmal wird es auch auf einem Sparbuch geparkt, das vor vielen Jahren einmal eröffnet wurde.

Dadurch erwirtschaftet das Geld aber gar keine oder nur minimale Zinsen. Deshalb sollte sich der Sparer die Zeit nehmen und sich über mögliche Anlageprodukte informieren.

Dabei müssen es ja nicht gleich eine Riester-Rente, ein Fondssparplan oder Aktien sein. Bereits dadurch, dass das freie Kapital auf ein Tages- oder Festgeldkonto eingezahlt wird, kann sich der Sparer zumindest eine kleine Rendite sichern.

 

Finanzsünde Nr. 4: In teure und unflexible Finanzprodukte mit langer Laufzeit investieren.

Es ist zweifelsohne wichtig, privat fürs Alter vorzusorgen. Denn allein die gesetzliche Rente wird in vielen Fällen nicht ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard zu halten und einen entspannten Lebensabend zu genießen. Ebenso ist richtig, dass die monatlichen Kosten für die private Altersvorsorge umso geringer ausfallen, je früher der Sparer beginnt.

Gerade bei den Produkten für die Altersvorsorge sollte der Sparer aber ganz genau hinsehen. Denn viele Verträge haben sehr lange Laufzeiten und die Anlageprodukte sind wenig flexibel. Hinzu kommt, dass mitunter hohe Kosten entstehen, die durch die Beiträge in den ersten Jahren finanziert werden. Dadurch bezahlt der Sparer anfangs für das Produkt, ohne tatsächlich ein nennenswertes Guthaben aufzubauen.

Will oder muss er dann vorzeitig aus dem Vertrag aussteigen, hat er das Nachsehen. Wichtig ist deshalb, ein Anlageprodukt auszuwählen, das einerseits zur aktuellen Lebenssituation passt und sich andererseits bei Bedarf flexibel an veränderte Lebensumstände anpassen lässt.

Außerdem sollte der Sparer die Kosten berücksichtigen und prüfen, ob und wie das Kapital im Alter versteuert werden muss.

 

Finanzsünde Nr. 5: Anlagen wählen, ohne sie zu verstehen.

Die Auswahl an Anlageformen und Finanzprodukten ist riesig. Für den Laien ist es deshalb oft nicht einfach, sich einen Überblick zu verschaffen und ein geeignetes Modell auszuwählen. Andererseits gibt es kein Finanzprodukt, das so herausragend und gleichzeitig begrenzt ist, dass der Anleger sofort zuschnappen muss.

Stattdessen sollte er sich immer die Zeit nehmen, um eine Anlage in aller Ruhe zu prüfen und mit anderen Angeboten zu vergleichen. Außerdem sollte er nie in ein Produkt investieren, das er nicht versteht. Schließlich will er sein mühsam verdientes Geld nicht leichtfertig verzocken, sondern sicher und gewinnbringend anlegen.

Finanzsünde Nr. 6: Auf wichtige Versicherungen verzichten.

Es ist nicht möglich, jedes nur erdenkliche Risiko abzusichern. Und es gibt Versicherungen, die wirklich überflüssig sind. Aber es gibt eben auch Versicherungen, auf die auf keinen Fall verzichtet werden sollte. Ein Beispiel hierfür ist die private Haftpflichtversicherung.

Sie springt ein, wenn der Versicherungsnehmer bei einem Dritten einen Schaden verursacht. Ein anderes Beispiel ist eine Risikolebensversicherung. Sie kostet gerade mal ein paar Euro pro Monat, sichert die Angehörigen aber finanziell ab, falls dem Versicherungsnehmer etwas zustößt. Bei Reisen wiederum übernimmt die Auslandskrankenversicherung die mitunter hohen Kosten für eine medizinische Behandlung und alles, was damit zusammenhängt.

Dabei gibt es diesen Versicherungsschutz schon für weniger als zehn Euro pro Jahr. Welche Versicherungen sinnvoll sind, hängt natürlich immer von der persönlichen Lebenssituation ab. Gut fährt der Versicherungsnehmer aber, wenn er nach der Super-GAU-Regel vorgeht: Die Risiken, die ein Super-GAU wären und seine Existenz ernsthaft in Gefahr bringen würden, sollte er absichern.

 

Finanzsünde Nr. 7: Aus Bequemlichkeit Kombitarife abschließen.

Natürlich ist es bequem, alle Versicherungen beim selben Versicherer abzuschließen. Noch bequemer ist es, wenn es sich bei den Verträgen um Kombitarife handelt, die gleich mehrere Versicherungen auf einmal beinhalten. Auch ein Kombipaket aus Telefon, Mobilfunk, Internet und Fernsehen ist überaus komfortabel.

Diese Bequemlichkeit hat aber oft ihren Preis. Denn Kombitarife sind nur selten die günstigste Variante. Zudem enthalten sie vielfach Bausteine, die eigentlich gar nicht benötigt werden. Ebenso ist ziemlich unwahrscheinlich, dass ein Versicherer bei wirklich allen Versicherungen die besten Konditionen bietet.

Und gerade bei Versicherungen und Telekommunikationsangeboten zahlt sich Treue fast nie aus. Ratsam ist deshalb, im ersten Schritt zu prüfen, welche Verträge wirklich benötigt werden. Im zweiten Schritt lässt sich dann über ein Vergleichsportal schnell herausfinden, ob sich ein Wechsel lohnt.

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